ÔÇ×Ein Mensch der liebt  u n d  frei ist,
ist das Sch├Ânste, was es auf der Welt gibt.
Und wenn sich zwei Menschen mit solcher
Sch├Ânheit treffen, ist ihre Beziehung ├╝berhaupt
keine Beziehung. Es ist ein Sich-Beziehen.
Es ist ein st├Ąndiges, flussgleiches Str├Âmen,
ein Wachstum den gr├Â├čten H├Âhen entgegen.
Der h├Âchste Gipfel von Liebe und Freiheit
ist die Erfahrung des G├Âttlichen. In Gott
findest du beides: unendliche Liebe, totale Liebe
und totale Freiheit“   (Osho)
 

Das Leben in einer Partnerschaft, einer Beziehung, in einer Ehe ist wohl eines der zentralsten Themen unserer Existenz.

Und gleichzeitig erfahren wir gerade da wo wir all unsere Hoffnungen, Sehns├╝chte, W├╝nsche und Bed├╝rfnisse hineinlegen, oft die gr├Â├čten Entt├Ąuschungen, Verletzungen, Dem├╝tigungen und K├╝mmernisse.

Nach mehreren solcher niederschmetternden Erfahrungen - beim n├Ąchsten Mann/der n├Ąchsten Frau wird es eben nicht besser, sondern die Maske der Illusion wird uns umso fr├╝her vom Gesicht gerissen - sind wir irgendwann nicht mehr bereit, uns auf dieses Abenteuer einzulassen und ziehen ein Leben als Single in Freiheit und Unabh├Ąngigkeit vor.

Da kann uns wenigstens nichts passieren - ja das stimmt, es passiert dann wirklich nicht mehr viel. Wir haben dann unsere Ruhe, so scheint es zumindest, wenn da nicht die inneren Plagegeister w├Ąren, die uns auf die Suche nach unserer fehlenden - oder wie es im Volksmund so sch├Ân hei├čt: unserer ÔÇ×besseren“ H├Ąlfte schicken m├Âchten.

ÔÇ×Mit einer Frau zu leben ist die H├Âlle - und ohne sie auch“, wie es Humphrey Bogart so treffend zum Ausdruck brachte, weist uns auf dieses innere Dilemma hin. Wir m├╝ssen durch diese H├Âlle hindurch. Wir M├Ąnner m├╝ssen sowohl durch die H├Âlle, mit einer Frau zusammenzuleben, als auch durch die H├Âlle, ohne Frau zu leben. Und das gilt nat├╝rlich nicht nur f├╝r die M├Ąnner sondern genauso f├╝r die Frauen.

Das ist wohl die ├Ąlteste Zwickm├╝hle der Menschheit. Wir k├Ânnen nicht ohne den anderen leben, weil wir es mit uns selbst nicht aushalten, weil wir diese Leere, diese Einsamkeit nicht ertragen k├Ânnen - weil uns etwas fehlt.

An dieser Stelle m├Âchte ich ein Bild aus dem Mythos bem├╝hen. Es ist das Bild des sog. ÔÇ×Doppelmenschen“ das uns Platon im Gastmahl des Aristophanes zeichnet: ÔÇ×Fr├╝her, im mythischen Zeitalter“, so Aristophanes, ÔÇ×waren die Menschen nicht von der Gestalt wie heute, vielmehr gab es ÔÇ×Doppelmenschen“, und zwar von dreierlei Art: Doppelm├Ąnner, Doppelfrauen und Hermaphroditen; sie sahen so aus wie jene gedoppelten Hermen mit zwei Gesichtern, eines nach vorne, eines nach hinten. Dieses Geschlecht der Menschen war nun so ├╝berm├╝tig und frevelte gegen die G├Âtter. Um dem ein Ende zu setzen, zerschnitt Zeus sie l├Ąngs ihres R├╝ckgrates, n├Ąhte die Fleischwunde hinten zu und verstreute die getrennten H├Ąlften in alle Winde. Da aber entstand in jeder H├Ąlfte die Sehnsucht nach Wiedervereinigung mit seiner anderen H├Ąlfte, und diese Sehnsucht sei der Eros. Je nachdem nun, was jemand fr├╝her gewesen, entschiede es sich, was er zu lieben gen├Âtigt sei; war er ein Doppelmann, so bliebe er Zeitlebens ein Knabenliebhaber, eine Doppelfrau ergibt je eine Lesbierin, und die Hermaphroditen, offenbar die weit ├╝berwiegende Mehrheit im mythischen Urgeschlecht, die Ehem├Ąnner und Ehefrauen.

Wenn nun jemand auf seine eigene H├Ąlfte trifft, dann werden sie wunderbar ersch├╝ttert von Freundschaft und Vertrauen und Liebe und wollen voneinander nicht lassen, auch nicht einen Augenblick. Diese sind es auch, die gemeinsam das ganze Leben zubringen und nicht einmal zu sagen w├╝ssten, was sie voneinander haben wollen. Denn es kann doch wohl nicht die Gemeinschaft des Liebesgenusses sein, deretwegen der eine dem anderen sich so froh und mit so gro├čem Eifer vereint, sondern etwas anderes will offenbar die Seelen der beiden, was sie nicht sagen kann, aber in Zeichen verk├╝ndet sie ihr Wollen und in R├Ątseln“ (Platon in ÔÇ×Das Gastmahl des Aristophanes“)

Wir alle sind nur halb - zumindest in unserem Bewusstsein. In unserer Seele sind und waren wir schon immer ganz, doch das scheinen wir vergessen zu haben.

Wir sind halb und laufen mit einer Art innerem Steckbrief durch die Gegend, um unsere andere, unsere fehlende Seite zu finden.

Haben wir sie dann gefunden, dann sind wir aus dem H├Ąuschen, im wahrsten Sinne des Wortes.

Verliebte erkennt man mitunter an ihrem unkontrollierten Herumgehopse und einem Gesichtsausdruck, der Jenseits von Gut und B├Âse ist.

ÔÇ×Jetzt bin ich wieder ganz, jetzt habe ich meinen Seelenpartner oder meine ÔÇ×Dualseele“, wie es in esoterischen Kreisen so sch├Ân hei├čt, endlich gefunden“ t├Ânt es dann voller Inbrunst aus uns heraus.

Und daran ist zun├Ąchst einmal auch gar nichts auszusetzen. Wie gesagt, wir haben das Gef├╝hl, dass es so ist.

Wenn die Flitterwochen dann vorbei sind, scheint sich das Blatt auf mysteri├Âse und seltsame Art allm├Ąhlich zu wenden.

Da steht dann pl├Âtzlich ein ganz anderer Mensch vor uns mit Eigenschaften und Eigenarten, die wir so gar nicht kennen und die uns zutiefst suspekt sind - nein, so haben wir uns das in Wirklichkeit nicht vorgestellt. Vielleicht kommt uns diese ÔÇ×Andersartigkeit“ auch irgendwie bekannt vor, doch wir haben versucht, ihr aus dem Weg zu gehen, weil wir ein solches Verhalten in unserer Welt nicht haben wollen.

Vielleicht hat sich unsere Seele mit dem Prozess der Verliebtheit einen Trick einfallen lassen, damit wir wieder ganz und damit heiler werden k├Ânnen. Damit ich auf den anderen ÔÇ×hereinfalle“ - ÔÇ×to fall in love“, wie es im Englischen so sch├Ân hei├čt.

Und das sollen wir ja auch, denn der Partner in den ich mich verliebe verk├Ârpert meine mir fehlenden Anteile. Ich begegne ihm und pl├Âtzlich habe ich das Gef├╝hl, wieder ganz zu sein und das bringt mich aus dem H├Ąuschen.

Meine Seele erkennt das wieder geschlossene ÔÇ×Symbolon“ und f├╝hlt sich ganz.

So ist die Phase der Verliebtheit ein kleiner Vorgeschmack dessen, wohin es f├╝hren k├Ânnte. Wir d├╝rfen einmal kurz ins Innere des Palastes blicken. Doch bis wir da wirklich hineingelassen werden, haben wir noch etwas zu erledigen. Und so haben die G├Âtter f├╝r jeden der beiden Partner entsprechende ÔÇ×seelische Baustellen“ eingerichtet, die uns mitunter unser ganzes Leben in Anspruch nehmen.

Denn das, was mir am Partner nicht gef├Ąllt ist es ja gerade, was ich in mir nicht haben m├Âchte, was mir aber zu meiner Ganzheit fehlt - in meinem Bewusstsein.

Uns so k├Ânnen wir beim n├Ąheren Betrachten 3 Phasen feststellen, die eine Partnerschaft durchl├Ąuft:

In der ersten Phase (der Verliebtheit) finden sich die beiden und wollen nicht mehr voneinander lassen. Die Phase der Verliebtheit ist die Phase der Illusion, denn es werden wichtige Anteile ausgegrenzt, nat├╝rlich nicht bewusst. Wenn wir das wissen, dann ist diese Phase kein Problem f├╝r uns, dann k├Ânnen wir sie aus vollem Herzen genie├čen.

Dieses Verliebsein geschieht nicht dadurch, dass der andere ein dickes Konto oder einen knackigen Hintern hat, nein, wir verlieben uns, weil wir den anderen wieder-erkennen. Es reicht also ganz einfach, dass wir Person sind. Wir brauchen uns also nicht herauszuputzen wie Papageien um den/die Geliebte/n zu finden.

Diese erste Phase geht dann nach ein paar Wochen oder Monaten ├╝ber in die zweite Phase - ich nenne sie die Phase der Ent-fremdung oder die Phase der ÔÇ×Beziehung“.

Hier tritt das Fremde oder die Andersartigkeit durch den Partner an mich heran. Viele Paare beschlie├čen an der Stelle, sich wieder voneinander zu trennen: so haben wir uns das nicht vorgestellt. Das Gef├╝hl der Einheit, des Verschmelzens l├Âst sich auf und da steht pl├Âtzlich ein ganz eigenst├Ąndiger Mensch mit all seinen Macken, anderen Gewohnheiten, Liebensw├╝rdigkeiten, unterschiedlichen Vorlieben, Verhaltensweisen, Absichten, Ticks, Vorz├╝gen, Raffinessen usw. vor uns. Dann kann es sein, dass wir uns ├╝berlegen, wie wir den anderen m├Âglichst schnell wieder loswerden k├Ânnen, um einen neuen ÔÇ×kick“ zu erfahren.

Wenn wir den Partner nicht in die W├╝ste schicken, weil wir vielleicht Angst davor haben, dann wieder alleine mit unserer Einsamkeit dazustehen, fangen wir an, was in jeder Be-ziehung stattfindet: wir beginnen am anderen zu ziehen. Wir wollen ihn oder sie auf unsere Seite ziehen und ihm oder ihr klarmachen, dass es sich auf dieser Seite doch wesentlich besser leben l├Ąsst. Ring frei f├╝r die erste Runde - und dieser Kampf geht gew├Âhnlich nicht nur ├╝ber 12 Runden. Vorw├╝rfe werden wie Tennisb├Ąlle hin-und hergeschlagen: ÔÇ×Warum bist du nicht?“ ÔÇ×Warum hast du nicht?“ ÔÇ×Warum gibst du nicht?“ usw.

Jeder entdeckt am anderen ungeliebte und unverstandene Z├╝ge, die er bek├Ąmpft, die er vernichten m├Âchte und dieser Kampf fordert einen hohen Einsatz. Oft geht es dabei wirklich um Leben und Tod. Um Leben und Sterben des Egos. Und das ist der Punkt, wo Partnerschaft, wo Liebe beginnt.

An dieser Stelle laufen die meisten von uns davon und suchen sich einen neuen Partner, mit dem sie dieses Spiel von vorne beginnen k├Ânnen. Und dieses Spiel nimmt so lange seinen Lauf, bis das Schicksal einmal einen Ring um zwei Menschen schmiedet, der sie so leicht nicht mehr auseinanderlaufen l├Ąsst, der sie zwingt, sich mit der jeweils anderen Seite auseinander zusetzen. Bis sie ihren Schatten, den anderen Teil ganz verstanden und angenommen haben. Bis sie ihn nicht mehr bek├Ąmpfen, sondern erkennen, dass dieser Kampf immer ein Kampf des Egos ist, der uns sehr weit entfernt von dem was wir Liebe, was wir Einswerden nennen.

Der Partner ist immer der Stachel in meinem eigenen Fleisch, er ist mein hom├Âopathisches Mittel.

Wer von sich behauptet, dass er solches in seiner Beziehung nicht kennen w├╝rde, macht sich entweder etwas vor, d.h. er ist auf diesem Auge blind, oder er ist ein Meister der Anpassung an den anderen (er spielt am liebsten den Sklaven).

Die andere M├Âglichkeit ist, dass sich 2 Menschen zusammengetan haben, die gleich gepolt sind, aus der Angst heraus, ja nie dem anderen Pol zu begegnen. Von einer Liebesbeziehung im klassischen Sinne k├Ânnen wir hier nicht mehr reden - eher von einer Beziehung zweier Geschwister, oder einer Beziehung zwischen Mutter und Sohn bzw. Vater und Tochter. Sie leben quasi eine Beziehung zum Schein. Doch auch hier ist ein Sprengsatz versteckt. Fr├╝her oder sp├Ąter muss einer der beiden ausbrechen und wird entweder M├Ânch am Berge Athos oder er hat den Mut, in eine wirkliche Partnerschaft zu springen.

Das Lieblingsspiel das in allen Beziehungen am h├Ąufigsten und gleichzeitig am erfolglosesten gespielt wird lautet: ÔÇ×├ändere du dich, damit ich besser mit dir leben kann.“

Der andere ist niemals angetreten, um mir diesen Gefallen zu tun. Heilung w├Ąre sonst nicht m├Âglich. Doch wir sollen uns im anderen wieder-erkennen. All das, was uns am anderen st├Ârt, all das was uns zur Ver-zwei -flung bringt, jeder Stachel in unserem Fleisch hat nur eine Aufgabe: wir sollen er-kennen, dass es genau das ist, was uns fehlt.

Jeder Mensch hat eine m├Ąnnliche und eine weibliche Seite in seiner Seele. Wenn wir nun versuchen, die eine auf die andere Seite zu ziehen, k├Ânnten wir sehen, dass die gezogene Seite vergewaltigt wird. Wir erkennen nicht, dass beide Seiten ihre Berechtigung haben, jede Seite hat ihre Tageszeit. Es ist ein Tauziehen zwischen Kopf und Bauch, zwischen Macht und Hingabe, zwischen Hell und Dunkel, zwischen T├Ąter und Opfer.

ÔÇ×Zwei Monate nur waren seit der Hochzeit vergangen und das L├Ącheln hatte aufgeh├Ârt, alles Gespr├Ąch sogar; die Liebe hatte sich in sinnlosen Hass verwandelt, und er begann sie h├Ąsslich zu finden. Am letzten Tag musste er sich aussprechen um nicht zu platzen:

ÔÇ×Du warst sch├Ân, solange ich dich liebte; vielleicht hat meine Liebe dich sch├Ân gemacht, nicht nur meine Neigung. Jetzt bist du die h├Ąsslichste und elendste Person, die ich in meinem Leben getroffen habe.“

Darauf antwortet sie: ÔÇ×Ich wei├č, dass ich niemals gegen irgendeinen Menschen so boshaft gewesen bin, wie gegen dich, ohne dass ich daf├╝r Gr├╝nde angeben k├Ânnte.“ ÔÇ×Ich kann es“, antwortet er, ÔÇ×du hasst mich, weil ich ein Mann bin, und zwar dein Mann.“ (aus: August Strindberg┬┤s Roman-Biographie ÔÇ×Entzweit“)

Der Schatten der Verliebtheit ist der Hass, die Eifersucht, die Macht, die Wut, die Verzweiflung.

Mit Liebe hat das nichts zu tun. Hass ist nicht das Gegenteil von Liebe. Hass ist die Abwesenheit von Liebe. Der Gegenpol der Liebe ist die Angst.

Und damit treten wir in eine Phase der Partnerschaft, an deren Ende Heilung stattfinden kann, wenn wir wirklich bereit sind, uns darauf einzulassen.

An der Stelle, an der sich der rosarote Nebel der Verliebtheit lichtet und beide nicht beschlie├čen, wieder auseinander zugehen. An der Stelle an der beide erkannt haben, dass ein gegenseitiges Ziehen am anderen auch nicht die L├Âsung gebracht hat, an der Stelle werden beide - ich m├Âchte fast sagen ÔÇ×gnadenlos“, weil es oft so erlebt wird, auf sich selbst zur├╝ckgeworfen.

Es ist jene Stelle, jene Phase der Paarbeziehung, die einer Wiederholung unserer Kindheit gleicht. Wir wiederholen mit unserem Partner die Rolle, die wir mit unserem gegengeschlechtlichen Elternteil auszudr├╝cken gelernt haben. Partner finden sich unbewusst auch danach, ob der Partner die Rolle ├╝bernimmt, die fr├╝her der gegengeschlechtliche Elternteil ausdr├╝ckte. Das erlaubt beiden Partnern, so zu bleiben, ihre gewohnte Rolle aufrecht zu erhalten und die Gegenrolle weiterhin zu verleugnen, abzuspalten, selbst nicht zu leben - denn sie wird ja vom Partner gelebt, und darunter zu leiden. Dadurch ÔÇ×brauchen“ wir den Partner und erst wenn wir diese abgespaltene Seite wieder zur├╝ckholen und lernen, sie auszudr├╝cken, wird der Partner zu einem Geschenk f├╝r uns.

Wenn ich sage, dass die Partnerschaft einer Wiederholung unserer Kindheit gleicht, dann m├Âchte ich auch zum Ausdruck bringen, dass wir unserem Partner sehr gerne in Gestalt unseres inneren Kindes begegnen. Wir tun das immer dann, wenn wir bestimmte W├╝nsche, Bed├╝rfnisse usw. an unsere Partner richten. Es ist die Angst unseres inneren Kindes, seine Bed├╝rfnisse nicht erf├╝llt zu bekommen, alleine, einsam und verlassen dazustehen.

Aber so wie diese W├╝nsche schon damals von unseren Eltern nicht erf├╝llt wurden, so werden sie auch in der Partnerschaft nicht erf├╝llt werden. Es begegnen sich 2 Bettler, jeder h├Ąlt eine leere Bettelschale in der Hand und erwartet jetzt vom Partner, dass er sie f├╝llen m├Âge. Es kommt zu einem Kuhhandel: ÔÇ×wenn du mir, dann ich dir..“, oder: ÔÇ×wenn du mir nicht, dann ich dir auch nicht…“

An dieser Stelle kommt unser trotziges Kind zum Vorschein, das alles daran legt, den Partner dazu zu bringen, unsere Bettelschale zu f├╝llen.

Wir erhoffen uns materielle und emotionale Sicherheit, Gl├╝ck, Lachen (ÔÇ×ich suche einen Partner der mich zum lachen bringt!“), Freude, Zufriedenheit vom Partner und sind zutiefst entt├Ąuscht, wenn wir es nicht erhalten.

Der Partner ist niemals dazu da, uns all dies zu erf├╝llen, auch wenn er es zun├Ąchst versucht im Rahmen seines Kuhhandels.

Das ist die sicherste Form, die Liebe in einer Partnerschaft zu zerst├Âren.

Jeder der beiden wird auf seinen Weg geschickt um zu erkennen, dass all ihre Bed├╝rfnisse, ├ängste, W├╝nsche usw. Ausdruck ihres inneren Kindes sind und dass beide aufgerufen sind, sich diesem Kind zu n├Ąhern, sich seine Geschichte anzuh├Âren und es an der Stelle abzuholen, an der es damals stehen geblieben ist, als es vom Leben so entt├Ąuscht wurde.

Nur wir als Erwachsene k├Ânnen unserem verletzten, gedem├╝tigten, nicht geachteten Kind heute die Liebe und Anerkennung geben, die es sich schon so lange w├╝nscht. Es gibt sonst niemanden. Das ist die einzige Form, wie dieses Kind in uns heilen darf, so dass es irgendwann bereit ist, an unserer Hand mit in unser Leben zu gehen.

Dann k├Ânnen wir mit unserem Kind an der Hand zu unseren Eltern gehen und uns innerlich vor ihnen verneigen und ihnen daf├╝r danken, dass sie uns das Leben geschenkt haben. Erst dann k├Ânnen wir wieder als Kind vor unsere Eltern treten und erst dann sind wir in der Lage, die Lebenskraft unserer Eltern wieder in vollem Umfange zu nehmen, die wir so n├Âtig f├╝r unser eigenes Leben brauchen.

Und erst dann sind wir in der Lage in unserer Partnerschaft f├╝r alles, was wir auch dort erleben, die volle Verantwortung zu ├╝bernehmen.

Denn: der Partner ist es nie!! Er zeigt uns nur, was noch nicht heil ist.

Dann k├Ânnen wir auch all unsere Projektionen mit denen wir unseren Partner ├╝berfrachtet haben, wieder zu uns zur├╝ckholen, denn da geh├Âren sie hin.

Erst wenn beide Partner durch diese vielleicht wichtigste Phase gegangen sind, k├Ânnen sie sich auf einer h├Âheren Ebene wirklich als Mann und Frau begegnen - und erst an dieser Stelle kann die Liebe flie├čen. Alles andere hat mit Liebe nichts zu tun, auch wenn es gerne als solches verkauft wird. Es hat mit Liebe nichts zu tun, wenn Eifersucht, Angst, Hass und Qual herrschen. Der Wunsch nach Treue in einer Partnerschaft entspringt dem Bed├╝rfnis nach Sicherheit, den Partner nicht zu verlieren. Doch einen Menschen kann ich nicht verlieren, denn ich habe ihn niemals besessen.

ÔÇ×Ein wirklich liebesf├Ąhiger Mensch, f├╝r den nur die Liebe z├Ąhlt und der sich mit Bereitschaft und Offenheit anderen Menschen liebend zuwenden kann, ist nicht treu, schon gar nicht ein Leben lang. Treue gilt als unumst├Â├čliche Tugend. Ein guter Mensch hat treu zu sein - auch ein Vorurteil, das unter psychologischer Betrachtung nicht haltbar ist. Ein Mensch der lieben kann, bleibt der Liebe treu, aber f├╝r ihn ist es wichtiger zu lieben, als treu zu sein.“ (Peter Lauster: ÔÇ×Die Liebe“)

Mit dem Anspruch nach Treue kommt die Macht ins Spiel. 

ÔÇ×Wenn das Liebe ist, dann ist Liebe blo├č ein Wort, ohne Bedeutung, denn Liebe ist nicht Vergn├╝gen, nicht Eifersucht, nicht Neid, nicht die Trennung von Mann und Frau, wo einer den anderen beherrscht, einer den anderen antreibt, besitzt, dem anderen verhaftet ist. Das ist ganz gewiss keine Liebe - es ist blo├č bequem und eine Sache der Ausbeutung. Doch das akzeptieren wir als Norm im Leben.“ (Krishnamurti: ÔÇ×├ťber die Liebe“)

Liebe l├Ąsst sich nicht auf einen Menschen begrenzen. Eine Rose duftet auch nicht nur f├╝r ihren Besitzer. Nur einen Menschen zu lieben w├Ąre genauso als w├╝rden wir beschlie├čen,  nur noch in Gegenwart unseres Partners zu atmen.

ÔÇ×Liebe ist nicht Leidenschaft. Liebe ist kein Gef├╝hl. Liebe ist das tiefe Empfinden, dass jemand dich irgendwie vollst├Ąndig macht. Jemand macht aus dir einen vollst├Ąndigen Kreis. Die Gegenwart des anderen verst├Ąrkt deine eigene Pr├Ąsenz. Liebe gibt dir die Freiheit, du selbst zu sein; sie ist frei von Besitzdenken“ (Osho)

Erst wenn Mann und Frau ihre beiden inneren Kinder in ihr Herz geholt haben und erst wenn bei beiden die Liebe zu den eigenen Eltern wieder flie├čen kann, k├Ânnen sie wirklich eine Partnerschaft leben die gepr├Ągt ist von Liebe und gegenseitiger Achtung und Wertsch├Ątzung. Erst dann sind beide in der Lage, die Stufen zum Tempel der Partnerschaft zu erklimmen und erst dann ist es beiden m├Âglich, den tiefen Sinn von Partnerschaft und Liebe zu verstehen und zu leben.

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Ein neuer Termin ist erst noch in  Planung.

copyright Fritz Regele

Abenteuer Partnerschaft