Angst und Tod

 

 

FeuerlaufenAngst und Tod - mit Feuerritual

-- eine Reise durch die zentralen Themen des Menschseins in zwei Teilen

Seminar 1:  Die Begegnung mit der Angst   (20. – 22. Oktober 2017)
Seminar 2:  Der Tod – H√∂hepunkt des Lebens (08. – 10. Dezember 2017)

 

 


Der Hintergrund
 

Zunächst möchte ich jenen Bereich beleuchten, der sich uns aus dem Hintergrund unserer Seele offenbart. Das Motto stammt von Hermes Trismegistos und lautet: "Was vergänglich ist, ist nicht wahr!" Die Angst ist der Dorn in unserer Seele, der uns zwingt, immer und immer wieder in den Kreislauf von Leben und Tod einzusteigen und deren Spiel immer wieder aufs Neue zu spielen. Angst ist der größte Feind der Wachsamkeit. Sie ist wie eine Krankheit, die sich ausbreitet und zerstört.
Ein Ausstieg aus unserem Karmarad wird erst dann f√ľr uns m√∂glich sein, wenn es uns gelingt, jene innere Wesenheit mit dem Namen Angst zu vernichten, d.h. zu transformieren. Die Angst hindert uns
daran, unseren g√∂ttlichen Sch√∂pfungsplan in uns zu erf√ľllen und unser kreatives Potential zur Entfaltung zu bringen. Wenn wir uns vor etwas f√ľrchten, so bedeutet das, dass wir zum Magneten f√ľr das Objekt unserer Angst werden und es magisch anziehen.

Mit den beiden Themen der Angst und dem Tod, betreten wir die zentralen Bereiche unseres menschlichen Daseins. Dabei fällt es uns auf den ersten Blick nicht schwer, die Angst und den Tod als "Geschwister" zu erkennen, begleitet doch die Angst vor dem Tod unser ganzes Leben. Aber ist es wirklich die Angst vor dem Tod, vor dem unabänderlichen Ende, das uns mitunter erstarren lässt?

Bei Licht betrachtet ist es die Angst vor dem Leiden. Schmerz f√ľhlt allein der K√∂rper. Deshalb ist unsere Angst keine Todesangst, sondern eine Lebensangst.

Der Tod ist eine fiktive Angelegenheit, die wir in ihrer ganzen Tragweite und in ihrem ganzen Wesen nicht erfassen können. Das Leben aber steht allgegenwärtig vor uns - genau so wie der Tod. Er steht schräg links hinter uns, doch ihm wenden wir uns nicht zu. Wenn wir den Tod fliehen, dann fliehen wir auch das Leben, denn der Tod und das Leben sind eins.

Sie sind auf eine fast magische Art und Weise miteinander verbunden.

Unsere Angst steht nun vor beiden, vor dem Leben und dem Tod. Und damit meine ich nicht nur unseren leiblichen Tod, der am Ende des Lebens vor uns steht, sondern ich meine damit auch all die Sterbeprozesse, die schon während unseres Lebens an uns herantreten und denen wir uns immer wieder entziehen wollen, um dem Leiden entgehen zu können. Doch wir kommen da nicht raus.

Wir alle wurden aus dem Paradies geworfen in dem wir unbewusste Kinder waren. Wir wurden hinausgeworfen um in die Irre zu gehen. Wir mussten unsere "unschuldige Kindheit" verlieren, um sie zur√ľck zu gewinnen.

Ein Fisch, der im Meer so vor sich hin schwimmt, wei√ü nicht, was das Meer ist. Wenn wir ihn herausziehen und ihn auf dem hei√üen Sand der Sonne aussetzen, wei√ü er es pl√∂tzlich, dann bekommt er pl√∂tzlich eine Ahnung von dem, was er verloren hat. Jetzt sehnt er sich nach dem Meer und unternimmt jede Anstrengung, um ins Meer zur√ľck zu gelangen. Es ist derselbe Fisch und doch nicht derselbe, denn er hat eine Lektion gelernt. Jetzt ist er sich pl√∂tzlich bewusst: "Das ist das Meer und es ist mein Leben. Ohne das Meer kann ich nicht sein - ich bin ein Teil davon."

Wir wurden aus dem Paradies vertrieben, damit wir unsere Unschuld, unsere Unbewusstheit verlieren. Wir alle haben sie verloren und nur wenn wir sie verloren haben, k√∂nnen wir die Unschuld und die Bewusstheit auf einer h√∂heren Ebene wieder gewinnen. Das ist unser aller Weg den wir zu gehen haben. Wir sind hineingestellt in die Welt der Dualit√§t und wir sind hier um zu lernen, beide Pole in uns zu vers√∂hnen, das Gute und das B√∂se. Erst dann k√∂nnen wir als neuer Adam ins Paradies zur√ľckkehren.

Wir d√ľrfen das Elend und das Leid erfahren, was es hei√üt, au√üerhalb unseres seelischen Ozeans zu sein.

Hier auf dem hei√üen Sand unseres Lebens sind wir aufgerufen, alles in uns kennen zu lernen, was wir in uns vorfinden. Mit dem Verlassen des Paradieses wurde die Angst geboren - und die Sehnsucht, endlich wieder nach hause zur√ľckkehren zu k√∂nnen.

Wir wollen das Angenehme, das Gute erfahren und fliehen das Unangenehme, das B√∂se. Doch wenn wir den Schmerz vermeiden wollen, dann entziehen sich uns auch die Freude und das Gl√ľck. Wenn wir uns dem Schmerz oder der Angst aber stellen und durch sie hindurchgehen, dann kann sich in uns eine T√ľr √∂ffnen, die uns in einen Bereich f√ľhrt, der weit √ľber die Freude oder das Gl√ľck hinausgeht. Das Leben ist Gl√ľck und Ungl√ľck, Tag und Nacht, Depression und Freude, Leben und Tod. Wir d√ľrfen lernen, uns beider Aspekte bewusst zu werden.
Wenn wir die Angst oder den Schmerz fliehen, dann bleiben wir in Hypnose gefangen. Wenn wir uns hingegen dessen bewusst werden, erfahren wir viel Gl√ľck doch wir werden dann auch zu tiefem Ungl√ľck f√§hig. Ein Mensch der tiefes Leid erf√§hrt, ist auch zu unendlicher Freude und Liebe f√§hig.
Wenn die Angst kommt, unternehmen wir alles um wegzulaufen. Doch sie läuft uns hinterher.

Wir haben in unserem Leben so viele Bereiche geschaffen, die uns vermeintlich Zuflucht vor unserer Angst geben. Doch die Schlinge zieht sich immer enger zu. Wir können ihr nicht entkommen.

Sie hat sich vor unser Leiden, vor unseren Schmerz gestellt und unser Weg f√ľhrt durch sie hindurch,

Stellen wir uns ein Leben ohne Tod vor, es wäre unerträglich. Erst der Tod gibt unserem Leben Intensität. Erst durch ihn werden wir ins Hier und Jetzt gezwungen. Das erleben wir immer stärker, je älter wir werden. Ohne Tod gäbe es nur das ewige Morgen.

Solange wir der Angst ausgesetzt sind, hindert sie uns am Leben und am Sterben. Vor allem aber hindert sie uns an der Liebe.

Die Angst ist eine geistige Wesenheit, die wir aufgrund von Erfahrungen im Laufe unserer langen Seelenreise geschaffen haben. Diese Erfahrungen haben sich tief in unsere Seelenmatrix eingegraben und so hat die Angst von uns Besitz ergriffen und beherrscht uns nun inwendig.

Jede geistige Wesenheit, die wir erschaffen haben, ist nicht wahr!
Wir selbst haben sie gerufen und nur wir selbst können sie auch wieder entlassen.
Wohin wir auch schauen, ob in unser Inneres oder in die Welt die uns im au√üen umgibt: immer und √ľberall begegnen wir der Angst. Sie ist zu einem wahren Monster innerhalb unseres seelischen Repertoires herangewachsen, so dass wir uns einen Zustand ohne sie schon gar nicht mehr vorstellen k√∂nnen.

Jede Krankheit, jeder zwischenmenschliche Konflikt Рob im Großen oder im Kleinen -, jede persönliche Krise, jede Sucht, jede Form der Auseinandersetzung ist ein Zeichen von Angst.

Angst hat von der Wurzel her viel mit dem Begriff der Enge zu tun. Wo etwas eng ist, wird Energie zur√ľckgehalten und sie kann nicht flie√üen. Das Leben aber will hinaus. So haben wir z.B. Angst, jemanden zu verlieren. Wir haben die Angst, dass wir ohne sie oder ihn nicht √ľberleben k√∂nnen.
Das alles sind Erinnerungen, die sich tief in unsere Seele eingegraben haben. An ihnen halten wir fest obwohl wir von unserem erwachsenen Bewusstsein her wissen, dass das nicht stimmt und doch sind wir dieser Angst scheinbar hilflos ausgeliefert.

Warum sollten wir z.B. Angst vor Spinnen haben, die doch in unseren Breiten v√∂llig ungef√§hrlich sind. Oder die Angst vor M√§usen, Fahrst√ľhlen, hochgelegenen Orten, der Dunkelheit, anderen Menschen, der Existenz usw?
Wir wissen das alles und doch ist sie da, die Angst.

Angst hat auch damit zu tun, dass wir einer bestimmten Wahrheit √ľber uns selbst nicht begegnen wollen. So haben wir sie gerufen denn diese Wahrheit scheint so unangenehm zu sein, dass wir sie fliehen wollen. Wenn die Wahrheit n√§her kommt, ist die Angst auch nicht mehr weit.

Die Angst ist also eine geistige Wesenheit im Inneren unserer Seele.

Sie ist damit auch eine ‚ÄěInnere Person“, die aber, im Gegensatz zu allen anderen Innenbewohnern keinen Repr√§sentanten im Au√üen hat. Wir erkennen die Angst im Au√üen nicht. Was wir im Au√üen erkennen, sind Objekte, Situationen, Personen usw. auf die sich die Angst gesetzt hat und die wir dann als angstausl√∂send erleben.

Die Angst verschwindet auch nicht einfach dadurch, dass wir in der Therapie versuchen, die angstausl√∂senden Situationen von der Angst zu befreien, obwohl das mitunter sogar gelingt. Der Angst ist es allerdings gleichg√ľltig, welches ‚ÄěObjekt“ sie besetzt h√§lt.
Wurde sie durch intensive Therapie von einem Bereich vertrieben, dann setzt sie sich eben auf einen anderen Bereich. Wir haben dann keine Angst mehr vor großen schwarzen Hunden, trauen uns aber plötzlich in keinen Fahrstuhl mehr.

Nat√ľrlich k√∂nnen wir sagen, dass die Angst auch ihren Sinn hat. Wenn z.B. ein S√§belzahntiger vor uns auftaucht, dann w√§ren wir der Gefahr hilflos ausgeliefert wenn sich die Angst nicht melden w√ľrde. Wir w√ľrden dann nicht unsre Beine in die Hand nehmen um der Gefahr zu entkommen.

Die Frage ist, wie oft ein Säbelzahntiger vor uns auftaucht.
Die weitaus √ľberwiegende Mehrzahl unserer √Ąngste hat mit konkreten Gefahrensituationen nichts zu tun. Sie sind Relikte aus ferner Zeit, die wir t√§glich n√§hren.

Wenn wir genau hinschauen, dann k√∂nnen wir auch sehen, dass uns der S√§belzahntiger nicht deshalb angreift, weil es seiner Natur entspricht. Er greift uns an, weil er unsere Angst sp√ľrt. Es gibt Menschen, die reiten auf dem Wei√üen Hai – ohne Angst.

Angst hat ein besonderes Merkmal: je mehr Angst da ist, umso mehr wird das Objekt der Angst angezogen. Wer wird von Hunden gebissen? Diejenigen, die Angst vor Hunden haben.

Die Angst durchdringt auch unser gesamtes Familiensystem. Sie pulsiert in jedem unserer Gene die wir mitbekommen haben.
Wenn unser Großvater während des Krieges in eine lebensbedrohliche Situation kam, die in ihm Panik ausgelöst hat, dann können wir uns sicher sein, dass wir selbst dieses Ereignis und diese Panik in jeder unserer Zellen tragen und wir wundern uns dann, warum wir immer wieder in Panik geraten, obwohl von außen her betrachtet kein ersichtlicher Grund zu erkennen ist.

Das Familienstellen kann auch solche Verstrickungen ans Licht bringen. Ich vermute fast, dass es keine größere familiäre Hypothek gibt, die wir mitbekommen haben, als die Angst, die durch die Generationen geistert, denn wie gesagt, sie ist eine geistige Wesenheit.

Die Angst lässt sich nicht vertreiben, aber wir können lernen, ihr entgegen zu gehen und sie kennen zu lernen.
Viele Menschen haben Angst vor der Angst und ihnen fällt es schwer, diesen Weg zu gehen.
Was geschieht nun in unserer Seele, wenn wir ihr entgegen gehen? Die Angst beginnt, sich aufzul√∂sen und dadurch gibt sie die Energie frei, die uns direkt ins Leben f√ľhrt und die uns damit auf sonderbare Weise auch unserem Tod n√§her bringt.

Diesen Umstand d√ľrfte ich in den vielen Jahren, in denen ich Menschen ins Innere ihrer Seele begleiten darf, sehr oft erfahren.

Ohne Angst k√∂nnen wir uns unseren Sterbeprozessen schon w√§hrend unseres Lebens hingeben. Wir lassen dann los, wenn das Schicksal es von uns fordert. Wir tauchen ein in einen geistigen Raum, lassen uns vertrauensvoll an der Hand nehmen und sind bereit, uns auf eine neue Ebene f√ľhren zu lassen.

Der Tod hat dann keinen Stachel mehr f√ľr uns, sondern er zeigt uns den Weg ins Leben.

Jede und jeder, der z.B. in einer Familienaufstellung seinem eigenen Tod gegen√ľber gestanden hat, konnte sp√ľren, welche Kraft ihr oder ihm da begegnet ist und mit welchem Wohlwollen uns diese Kraft auf unserem Weg begleitet.
Auf ihn können wir uns absolut verlassen. Er wird uns niemals enttäuschen und er ist immer an unserer Seite.
 

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