So wie unsere Familie ein eigenes System bildet, so können wir auch sehen, dass wir als Individuum ebenfalls ein eigenes System abbilden, wie ich es ja bereits in der Darstellung der Horoskopaufstellungen beschrieben habe.

Eine Krankheit bzw. ein körperliches Symptom ist immer ein Hinweis, dass in meinem System etwas nicht in Ordnung ist.
Krankheit ist immer ein Hinweis darauf, dass jemand ‚Äěfehlt“.

Dies kann ein Mensch aus unserem Familiensystem sein, der nicht geachtet wird oder wurde und der deshalb keinen Platz im Familiensystem bekommen hat.
Da es die Familienseele nicht zul√§sst, dass jemand ausgeschlossen wird, opfert sich, wie schon gesagt, jemand aus einer sp√§teren Generation und verstrickt sich so mit der ausgeschlossenen Person, indem sie stellvertretend f√ľr sie deren Leben lebt, oder eben eine Krankheit entwickelt, die auf diese Verstrickung hinweist.

So hat sich aus der Erfahrung gezeigt, dass einer Bulimie bzw. einer Magersucht meist ein Elternkonflikt zugrunde liegt. Sind beide Eltern getrennt und die Mutter lehnt den Vater des Kindes, der sie verlassen hat, ab, dann geschieht ihm aus den Augen der Tochter Unrecht und sie verb√ľndet sich mit ihrem Vater gegen die Mutter, bzw. das Weibliche. Sie spaltet das Weibliche ab und opfert es indem sie ihr Leben opfert und sich in einer Spirale befindet, die fr√ľher oder sp√§ter in den Tod f√ľhrt.

Es hat sich z.B. auch gezeigt, dass Neurodermitis meist mit einem Fluch zusammenhängt. Ich habe das an anderer Stelle (Familienstellen) bereits beschrieben.

Schmerzzust√§nde wollen mit Nachdruck darauf hinweisen, dass jemand fehlt. Der Schmerz ‚Äěschreit“ und will auf diese fehlende Person aufmerksam machen.

Ein eindr√ľckliches Beispiel f√ľr Krankheiten die sich aus einer Verstrickung ergeben ist folgendes:

Eine Frau kommt zum Aufstellungswochenende mit dem Anliegen, dass ein fast kindskopfgroßes Myom an ihrer Gebärmutter festgestellt wurde.
Die √Ąrzte pl√§dierten f√ľr eine baldige Operation, doch die Klientin sp√ľrte, dass das Thema damit nicht erledigt ist.

Ich stellte eine Stellvertreterin f√ľr die Frau und auch eine Vertreterin f√ľr das Myom auf.
Die Stellvertreterin, die das Myom darstellte sagte ganz spontan: ‚ÄěIch wachse hier anstelle einer Kindes“.
Tatsächlich stellte sich heraus, dass die Klientin keine eigenen Kinder hat, aber als Lehrerin täglich mit Kindern zu tun hat.

Eine weitere Information die sie uns gab war, dass sie das j√ľngste von 10 Kindern ist und ihre Mutter bei jeder Geburt dem Tode sehr nahe war.
Ihr Vater, der bei ihrer Geburt wohl dabei war sagte danach zu seiner Frau: ‚ÄěSo etwas wollen wir nie mehr erleben.“
Diesen Satz muss sie sich wohl in ihrem Unterbewusstsein bewahrt haben denn sie sagte, dass sie mit 5 Jahren schon beschlossen hatte, keine Kinder zur Welt zu bringen.

Auf ihre Gro√ümutter m√ľtterlicherseits angesprochen sagte sie, dass diese auch viele Kinder zur Welt gebracht hatte und auch oft dabei dem Tode nahe war.

So zeigte sich in dieser Aufstellung, dass sie innerlich den Satz in sich trug:
‚ÄěAus Liebe zu Euch verzichte ich auf eigene Kinder“.

Damit war sie mit ihrer Großmutter und mit ihrer Mutter verstrickt.

Da sie sich selbst aber auch Kinder w√ľnschte, was durch diese Verstrickung aber nicht m√∂glich war, meldete sich ihre Seele und schickte ihr dieses Myom wodurch sie auf diesen innerseelischen Umstand aufmerksam gemacht werden sollte.

In der Aufstellung konnte sie sich vor ihrer Großmutter und ihrer Mutter und deren Schicksal verneigen und ihnen sagen, dass sie aus Liebe zu ihnen auf eigene Kinder verzichtete und dass sie jetzt ihren Wunsch nach eigenen Kindern in ihr Herz nehmen möchte. Daraufhin ließ sie sich von beiden segnen.
Da sie damals schon √ľber 50 Jahre alt war, war das Thema, ein eigenes Kind zur Welt zu bringen nat√ľrlicherweise vom Tisch.

Ich sagte ihr, dass sie selbst das Kind, das sie damals war, noch in ihrer Seele trage und dass sie jetzt beginnen k√∂nne, f√ľr dieses Kind eine liebende Mutter zu sein.

So stellte ich eine Stellvertreterin f√ľr ihr Inneres Kind auf. Dieses lief sofort zu ihr und sie konnte das Kind einfach nur halten. Daraufhin sagte die Stellvertreterin des Myoms: ‚ÄěDann kann ich ja jetzt gehen.“
Ich empfahl ihr, auch im Au√üen die Patenschaft f√ľr ein Kind zu √ľbernehmen, f√ľr das sie Sorge tragen konnte um dem Wunsch nach einem eigenen Kind wenigstens etwas mehr nahe zu kommen.

6 Monate sp√§ter teilte sie mir mit, dass das Myom um die H√§lfte kleiner geworden sei. Sie habe gelernt, dieses Myom zu ehren, da es sie immer an ihr Thema des Verzichtes auf eigene Kinder erinnern w√ľrde.

Es war nat√ľrlich auch erstaunlich, wie ihre Seele versucht hat, dieses Thema in ihr wach zu halten, indem sie den Beruf der Lehrerin w√§hlte, wo sie jeden Tag Kindern nahe sein konnte.

Dieses Beispiel zeigt deutlich, wie wir mit Menschen aus unserer Familie verstrickt sein können ohne dass wir davon eine Ahnung haben.
So k√∂nnen wir sehen, dass die Krankheit kein Feind ist, sondern ein Verb√ľndeter, der uns auf etwas Fehlendes hinweisen m√∂chte.

Wenn wir in den Bereich der Psyche gehen, dann können wir auch dort sehen, wie uns psychische Beschwerden auf jemand oder etwas hinweisen möchten, der fehlt.
Die Anzahl der an Depressionen erkrankten Menschen hat in den letzten Jahren drastisch zugenommen.

Ein Grund daf√ľr ist sicher, dass wir nicht mehr so eingebunden sind in unsere Familiensysteme, wie das fr√ľher z.B. in Form der Gro√üfamilie der Fall war.
Sehr viele Menschen leben heute alleine und ihnen fehlt oft das Eingebunden sein in eine soziale Gruppe.

Wenn wir diese ‚ÄěKrankheit“ systemisch betrachten, dann k√∂nnen wir sehen, dass sie verschiedene Hintergr√ľnde die uns nicht bewusst sind, ans Licht bringen m√∂chte.
Auch bei der Depression fehlt jemand. Sehr h√§ufig sind es ein oder beide Elternteile die noch nicht ‚Äěgenommen“ wurden, d.h. die noch keinen guten Platz im Herzen des Betreffenden haben.
Sehr oft wurde die fr√ľhe Hinbewegung zur Mutter unterbrochen und die Seele des Kindes hat sich in eine sichere Ecke zur√ľckgezogen, wo ihr nichts geschehen konnte.
Oft Jahre später gibt es dann einen Auslöser wie z.B. der Verlust eines geliebten Menschen durch Tod oder Trennung, der dieses alte Thema wieder aktiviert.
Der depressive Mensch wird mit all den Schmerzen und Wunden von damals konfrontiert und weil er Angst vor diesen Schmerzen hat, weil er glaubt, sie nicht aushalten zu k√∂nnen, f√§llt er in einen depressiven Zustand, in dem er nichts mehr sp√ľrt und in dem das Leben zu erl√∂schen scheint.

Er zieht die innere Versteinerung vor, als sich dem schmerzlichen Geschehen und den schmerzlichen Gef√ľhlen aussetzen zu m√ľssen.
Er hat alle Gef√ľhle tiefgefroren, denn nicht einmal weinen kann dieser Mensch.

Seine Tr√§nen br√§chten ihn aber wieder ins Leben zur√ľck.
Und so leidet er und hat nur den Wunsch, endlich sterben zu können. Manche setzen ihrem Leben dann auch tatsächlich ein Ende.
Andere harren aus, nehmen m√∂glicherweise Antidepressiva, die versuchen die Stimmung zu erhellen, doch bei Licht besehen, l√∂sen sie nat√ľrlich die Ursache nicht, sondern greifen nur chemisch ein, um das Leiden zu lindern.
Werden solche Medikamente dann abgesetzt, ist es meist so, dass der Depressive wieder in den alten Zustand zur√ľckf√§llt.

Die Seele l√§sst sich eben nicht an der Nase herumf√ľhren.
Sie möchte, dass wir ihr zuhören, dass sie sich mitteilen kann und sie möchte, dass wir uns unseren Traumata, den Wunden und Verletzungen unserer Kindheit endlich zuwenden.

Wenn wir bereit sind, uns unseren seelischen Schmerzen zu stellen, dann k√∂nnen wir die Erfahrung machen, dass wir das √ľberleben und dass diese Schmerzen dann geheilt werden k√∂nnen.

In einer Aufstellung kann uns die Depression zeigen, wer fehlt, wen wir noch nicht genommen haben. Wir stehen dann vor unseren Eltern und haben die M√∂glichkeit, ihnen unsere Schmerzen und unsere Trauer √ľber den elterlichen Verlust zu zeigen. Das f√ľhrt zur Vers√∂hnung und zu einer gr√∂√üeren Liebe.

Depressionen treten aber auch dann auf, wenn der Depressive versucht, eine schwere Last aus der Familiengeschichte zu tragen. Diese Geschichte kann so dramatisch sein und oft ist es so, dass es in der Familie auch schon den einen oder anderen Suizid (Selbstmord) gegeben hat.
Der Depressive versucht nun, aus Liebe zu diesen Menschen, deren Schicksal zu tragen nach dem Motto: Da wo ihr seid  - in der Dunkelheit der eigenen Seele – da will auch ich sein.“ Und so steigt der Depressive hinab in die Unterwelt der Familie und legt sich zu all jenen, die unter dieser Last ebenfalls gelitten haben.
Hier hat das Leben keine Berechtigung. Hier erleben wir den Nullpunkt.

Doch an diesem Nullpunkt kann eine Energie frei werden, die die Seele wieder ins Leben zur√ľckf√ľhrt.
Voraussetzung daf√ľr ist, dass der Depressive seine Krankheit nicht verteufelt, sondern sich mit ihr vers√∂hnt. Er erkennt dann, dass die Depression nie gegen ihn ist oder war, sondern, dass sie ihm im Grunde helfen will, sich von Schwerem und Totem aus der Familie zu verabschieden und ins Leben zur√ľckzukehren.

Wir verneigen uns in der Aufstellung vor unserer Depression und dadurch kann sie uns den Weg zum Licht weisen.

Bei anderen psychischen Erkrankungen wie Psychose, Schizophrenie oder Autismus konnten wir in all den vielen Jahren der Aufstellungspraxis erkennen, dass in der großen Mehrzahl dieser Fälle ein Mord in der Familie geschehen ist.
Dabei ist es unerheblich, ob der M√∂rder oder das Opfer Mitglied der Familie ist. Dieser Mord kann viele Generationen zur√ľck liegen und dieses Geschehen wird von der Familienseele sehr oft als Geheimnis geh√ľtet.

Der Psychotiker oder Schizophrene stellt sich in der Aufstellung zwischen beide, den Täter und das Opfer und versucht, beide in sich zu tragen und zu vereinen.
Dies erlebt er dann als Gespaltensein bzw. als Wahnvorstellung.
Es ist, als ob er von beiden besetzt worden wäre.
Er m√∂chte etwas zusammen bringen, was getrennt war. Dieses Zusammenbringen widerspricht allerdings unserer gesellschaftlichen Vorstellung. Wir sehen den M√∂rder immer als b√∂sen T√§ter und das Opfer als bedauerliches Wesen. Das hilft dem Psychotiker aber nicht weiter, da er aus Liebe sp√ľrt, dass beide zueinander geh√∂ren und dass beide in einer Vers√∂hnung aneinander heilen d√ľrfen.

Bert Hellinger berichtete uns vor einigen Jahren, dass er in Nordamerika war und dort mit Indianern Aufstellungen durchgef√ľhrt habe.
Als er einen alten H√§uptling fragte, was mit einem M√∂rder geschehen sei, der ein Mitglied des eigenen Stammes umgebracht h√§tte, antwortete dieser: ‚ÄěDer M√∂rder wurde von der Familie des Ermordeten adoptiert“.

Das k√∂nnen wir uns kaum vorstellen und doch haben diese Indianer gesp√ľrt: Dieser Mensch geh√∂rt jetzt zu unserer Familie, er hat ganz viel mit uns zu tun.
Er wurde nicht weggesperrt wie bei uns, sondern in die Familie des Opfers integriert – welche Weisheit!

Und so können wir auch beim Aufstellen mit Psychotikern sehen, dass sie nicht wirklich krank sind. Sie tragen einfach nur etwas ganz Schweres, was sie in diesen psychischen Zustand versetzt.

Wenn der Psychotiker in der Aufstellung zur Seite tritt und sich M√∂rder und Opfer gegen√ľber stehen, dann kann er beobachten, wie sich beide ganz langsam aufeinander zu bewegen, bis sie sich schlie√ülich in den Armen liegen.
Dann ist der Psychotiker frei und die beiden anderen sind vereint und in dieser Vereinigung sind sie ebenfalls frei.

Dies sind nur ein paar Beispiele, die zeigen k√∂nnen, welche bedeutende Rolle eine Krankheit f√ľr uns spielen kann.
Wir k√∂nnen erleben, dass die Krankheit kein Feind von uns ist, den es zu bek√§mpfen gilt, auch wenn wir das immer wieder versuchen, sondern dass sie ein Freund, ein Verb√ľndeter ist, der uns helfen m√∂chte, gesund zu werden.

Wenn Krankheiten Gleichnisse sind, die uns auf etwas hinweisen wollen, was im Verborgenen liegt, dann können wir auch sehen, wie widersinnig es ist, ein Symptom zu bekämpfen oder es zum Schweigen zu bringen. Wenden wir uns ihm hingegen zu, so kann es uns zeigen, was in unserer Seele und in der Seele unserer Familie in Unordnung geraten ist.

So haben wir die M√∂glichkeit in einer Aufstellung jede Krankheit, jedes Symptom durch einen Stellvertreter aufzustellen. Die Krankheit wird dann ebenfalls von dieser geistigen Bewegung erfasst und gef√ľhrt. Dadurch k√∂nnen wir erkennen, was hinter dieser Krankheit, hinter diesem Symptom wirkt. Dem k√∂nnen wir uns dann zuwenden und in Liebe darauf schauen, so dass das was ehedem getrennt war, wieder zusammen kommen darf.

Innerhalb der Aufstellung einer Krankheit haben wir als Homöopathen auch ergänzend die Möglichkeit ein bestimmtes homöopathisches Mittel durch einen Stellvertreter mit dazu zu stellen. Wir können dann direkt die Wirkung des entsprechenden Mittels auf das System, das aufgestellt wurde, erkennen.
Das hom√∂opathische Mittel unterdr√ľckt die Krankheit nicht, sondern es hilft der Seele zu erkennen, was bzw. wer fehlt. Durch dieses Erkennen f√§llt es der Seele leichter, diesen fehlenden Teil dann wieder zu integrieren.

Die Homöopathie nimmt mir die Angst nicht weg, aber das richtige homöopathische Mittel gibt mir die Kraft, durch meine Angst hindurch zu gehen und sie damit zu erlösen.
 

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