Dieses Seminar wendet sich an alle, die gerne erweiterte Erfahrungen mit der neuen Form der Aufstellungsarbeit machen möchten. Es ist ein Aufstellungsseminar, in dem es allerdings nicht mehr um konkrete persönliche Anliegen und deren Lösung gehen wird, sondern in dem wir uns in der Gruppe mehr und mehr als Einheit erleben dürfen um so unseren fehlenden Anteilen gewahr zu werden.

Der Hintergrund

Wenn wir bereit sind, uns auf jene Ebene einzulassen, auf der wir von geistigen Bewegungen erfasst werden und von diesen geführt sind, erfahren wir uns alle mitgenommen in neue Bewusstseinsebenen des Menschseins. Hier dürfen wir die Erfahrungen machen, dass wir alle vor einer höheren Macht gleich sind, unabhängig davon, wer wir sind und was wir tun oder getan haben. Auf dieser Ebene gibt es keine Schuld mehr, da wir bereit sind, das, was uns fehlt, zu uns zurück zu holen.

Unsere eigentliche Schuld besteht darin, dass wir jemanden verloren haben, der zu uns, zu unserer Seele gehört. Dies kann ein ganz konkreter Mensch aus unserem Familiensystem sein, der nicht dazu gehören darf und dadurch ist es auch gleichzeitig ein Seelenanteil in unserer eigenen Seele, der uns fehlt. Dieser ausgegrenzten Person in unserer Familie bzw. diesem abgespaltenen Seelenanteil in unserem Inneren dürfen wir wieder einen Platz in unserem Herzen geben. Das heißt Schuld zurück holen. Es gibt keine andere Schuld auf dieser Erde.

Hier gibt es auch keine Täter und Opfer mehr, da wir auf dieser Ebene über alle Polaritäten und Vorstellungen von Gut und Böse hinaus gehen. Die Einteilung in Gut und Böse basiert auf der Grundlage von Abspaltung und Trennung, z. B. wie wir sein wollen und wie wir nicht sein wollen. So fehlt dem Täter der Opferaspekt und dem Opfer fehlt der Täteraspekt. Die „Tat“ muss deshalb geschehen, damit beide zusammenkommen und sich im jeweils anderen wiedererkennen. „Ich bin so wie du, genau so wie du!“ Dies ist das Grundpostulat jeder Heilung.

Wenn wir uns zu diesem Postulat bekennen können, verlassen wir die Ebene von Gut und Böse, die Ebene der Dualität und der Abspaltungen.

Das sogenannte „Böse“ ist das nicht geachtete „Gute“ in uns.

Böse wurde es erst, nachdem wir einen Teil von uns nicht haben wollten und wir diesen Teil abgespalten und in die Welt entlassen haben, wo es uns dann als „Feind“ entgegen kommt, so dass wir gezwungen sind, uns mit ihm zu beschäftigen. Wir kämpfen gegen diesen Feind, ohne uns darüber bewusst zu sein, dass wir im Grunde immer gegen einen Teil von uns selbst kämpfen, einen Teil der endlich wieder zu uns zurück möchte.

Auch alle Formen institutionalisierter Religionen können wir hier hinter uns lassen, da wir diese Religionen nur durch die Haltung der Trennung von Gut und Böse, von Gott und Teufel, von Erlösung und ewiger Verdammnis am Leben erhalten.
Gott und der Teufel sind eins und sie sind nur Bilder in uns, die wir aufgrund der Erkenntnis von Gut und Böse in uns erschaffen haben. Der Teufel ist das Produkt unserer inneren und äußeren Abspaltungen. Mit wahrer „Re-ligio“, also mit wahrer Rück – verbindung zum Ganzen, hatte das noch nie etwas zu tun. Hier ging es nur darum, Strukturen aufzubauen, über die die Vertreter dieser Religionen Macht über die Menschen erlangen konnten und sie so von sich abhängig machten. Die Geschichte kriegerischer Auseinandersetzungen seit Menschheitsbeginn ist und war stets das Resultat solcher „Verführungen“. „Mein Gott ist besser als dein Gott!“

Doch auch sie waren und sind folgerichtig. Wir alle wollten diese Erfahrungen immer wieder machen, doch menschliche Reife zeigt sich darin, endlich aufzuwachen und zu erkennen, dass wir es selbst sind, die diese Jammertäler und Leidensgeschichten erschaffen und uns den dunklen Mächten zum Fraß vorgeworfen haben.

Da wir nicht bereit sind, uns dem sogenannten „Bösen“ in uns zuzuwenden, haben wir der Angst Türen und Tore weit geöffnet, so dass sie von uns Besitz ergreifen konnte. Dadurch haben wir uns immer mehr von unserer Seele und unserem Leben entfernt und sind dabei, auch noch die Reste unserer menschlichen Existenz diesem Dämon zu opfern.

So sind wir heute bereit, bereits unsere Kleinsten diesem Dämon zum Fraß vorzuwerfen, indem wir sie von ihren Müttern trennen und in Einrichtungen unterbringen, in denen sie schon früh lernen können, was es heißt, sich selbst auf dem Altar des Wahnsinns zu opfern. Diese Kinder sind ihrer eigenen Mutterquelle beraubt und haben so nicht die Möglichkeit, ein Urvertrauen in ihr eigenes Leben zu entwickeln. Dies gipfelt in Aussagen von Müttern wie: „Ich gebe mein Kind gerne in die Obhut von Fachleuten, die können es besser, als ich!“ Diese Kinder können sich nie im Leben verwurzeln und so werden sie hilflose Opfer von Manipulation und Missbrauch.

Künstliche Intelligenz

Hier betreten wir ein Feld, in dem uns Pluto mit offenen Armen entgegeneilt. Hier hat er uns genau dort, wo er uns haben möchte. „Erschaffe den künstlichen Menschen“, war schon seit jeher sein Credo. Er liefert uns die Zutaten und wir nehmen sie gerne. Wir stellen uns, so wie er einst, über Gott und meinen, unserem Schicksal entkommen zu können, bzw. es selbst zu gestalten. Einen größeren Irrweg kann es für uns nicht geben. Mit wehenden Fahnen stürzen wir uns auf diese ungeahnten Möglichkeiten künstlichen Lebens, erschaffen Hommunculi und Kyilkhoren, in der Wahnvorstellung, dass sie uns und unserem Leben dienen sollen.

Die einzige Wesenheit, der diese, von uns erschaffenen künstlichen Intelligenzen dienen, ist der Dämon selbst. Da wir sie als Instrumente erschaffen, um der Wahrheit über uns selbst entkommen zu können, müssen sie eher früher als später von uns Besitz ergreifen mit dem Ziel, uns, ihren Kreator, zu vernichten.

Wir brauchen dann keine Diktatoren aus Fleisch und Blut mehr zu installieren, denn jene Kreaturen sind viel besser auf dieses Amt vorbereitet und sie werden ihre Arbeit erfolgreich ausführen. Zunächst sieht es so aus, als würde sie uns dienen und unser Leben erleichtern. Das ist ja die Verlockung, die uns Pluto unter die Nase hält. Doch dann kommt der Punkt, wo das Ganze kippt und sie sich zum Herrscher über uns erheben werden.

Pluto verführt uns dazu, menschliches Erbgut zu verändern, um den perfekten und vor allem den gesunden Menschen zu erschaffen. Krankheiten sollen vernichtet werden und die Voraussetzungen dafür geschaffen werden, dass sie überhaupt nicht mehr entstehen können. Dies wäre die endgültige Kapitulation unserer Seele vor dem Dämonischen, denn ohne Krankheit und ohne die Anerkennung unseres „Krankseins“, gibt es für uns keine Heilung. Wir sind krank, da wir in der Trennung sind, da uns etwas bzw. jemand fehlt, den wir verloren haben. Dies sind keine Verschwörungstheorien, sondern bereits gelebte Wirklichkeit. Diese können wir allerdings nur dann erkennen, wenn wir bereit sind, aufzuwachen und hinzuschauen, wo wir uns selbst jeden Tag verführen lassen und wem wir auf den Leim gehen. Erst wenn wir das erkennen können, sind wir in der Lage, dieses vernichtende Spiel zu durchschauen und anzuerkennen, dass wir bisher immer wieder darauf hereingefallen sind.

Dies setzt allerdings die Bereitschaft voraus, uns dem in uns zu stellen und auszusetzen, was ist. Wir müssen in die Kammern unseres Leidens, unserer Ängste und Schmerzen. Wir sind aufgefordert, uns ganz auf sie einzulassen, denn wir selbst haben sie erschaffen. Sie stehen für all jene Anteile in unserer Seele, die wir in uns nicht haben wollen und die wir bekämpfen. Sie wollen von uns beachtet und geachtet werden. Nur so haben wir die Möglichkeit, dass sie sich alle verwandeln können. Sie haben nie in Wirklichkeit existiert, sondern nur in unserer Vorstellung, in unserem Verstand. Wenn wir bereit sind, uns ihnen auszusetzen, dann müssen sie sich in jene Anteile in uns verwandeln, die sie einst waren: Lebendige und kraftvolle Seelenanteile, die wir einst gestürzt haben und die sich dann in dämonische Wesenheiten verwandelt haben, die uns das Leben mitunter zur Hölle machen.

Den Dämon rufen wir immer dann auf den Plan, wenn wir etwas in uns nicht haben wollen und verleugnen – auf Teufel komm´raus. Wenn wir bereit sind, uns ihm zu stellen, dann kann diese geistig- dämonische Kraft verwandelt werden. Es wird dann eine andere geistige Kraft frei, die uns mitnehmen und uns den Weg in unsere Freiheit zeigen kann. Nur das, was wir als Teil von uns anerkennen, kann sich in uns verwandeln.

Die Macht des Verstandes

Der Hintergrund dieses Angebotes beschreibt auch eine Entwicklung, die uns zeigt, dass es immer weniger darum geht, bestehende Theorien und Meinungen, die nur unseren inneren Bildern entsprechen, weiterhin zu beschreiben, sondern es geht jetzt darum, diesen alten Weg anzuerkennen, so dass wir darüber hinausgeführt werden können. So
können wir mehr und mehr ins persönliche Erleben kommen, so dass unsere innere Wirklichkeit immer mehr aufscheinen kann. Diese Wirklichkeit war immer schon da, wir haben nur nichts unversucht gelassen, um vor ihr die Augen zu verschließen.

Wir haben den Weg der Erfahrung von Spaltung und Trennung, von Gut und Böse, von Täter und Opfer usw. gewählt und haben so das Leiden in uns erschaffen. Diesem Leiden sind wir scheinbar auf Gedeih und Verderb ausgeliefert. Wir haben seit Beginn der Menschheit Modelle entwickelt und nach Wegen gesucht, wie wir diesem Leiden entkommen können. Nur wenige Menschen waren bereit, diese Modelle zu hinterfragen und sich dem Leiden direkt zuzuwenden. Sie wollten uns die Augen öffnen, doch wir haben sie auf die Scheiterhaufen gezerrt. Dies war früher so und ist heute immer noch so, nur die Methoden sind heute subtiler geworden.

Die globale Entwicklung, der wir in dieser Zeit ausgesetzt sind, fordert von uns, dass wir uns von alten Bildern, Vorstellungen und Glaubensmodellen immer mehr verabschieden dürfen, um uns einer Wirklichkeit zu nähern, die immer schon da war, der wir uns allerdings bisher verschlossen haben, da wir Instrumente benutzten, mit denen wir zu ihr nicht vordringen konnten.

Die Vorgänge, die wir in dieser Zeit in unserem Sonnensystem und im Universum beobachten können und die uns ein paar Astrophysiker beschreiben, weisen uns darauf hin, dass diese Entwicklungen auch in jedem von uns stattfinden und wir aufgerufen sind, unsere Achtsamkeit vermehrt nach Innen, auf unser Bewusstsein zu richten.

So wie sich unser ganzes Universum und auch unsere Erde immer mehr ausdehnen, so finden diese Bewegungen auch bei uns selbst, in unserem Inneren statt. Vieles Alte und Dunkle darf dabei ins Licht unseres Bewusstseins treten, wo es geschaut und verwandelt werden darf, so dass wir für die Erweiterung unseres Bewusstseins bereit sind und so mehr und mehr in Kontakt kommen können mit dieser anderen Wirklichkeit, zu der wir bisher nur noch keinen Zugang hatten.

Wir haben unserem Verstand immer mehr Raum gegeben in der Hoffnung, dass er für uns Wege findet, wie wir dem Leiden entkommen können. Dies geschah auf Kosten unserer Herzensenergie. Bei Licht betrachtet können wir sehen, dass der Verstand nie ein Interesse an einer Lösung bzw. an Heilung hatte, da er selbst sich vom Leiden nährt. Er bietet uns immer wieder Bilder von Lösung und Heilung an, die mit unserer seelischen Wirklichkeit nichts zu tun haben. So lässt er nichts unversucht, um uns von unserer inneren Wahrheit fernzuhalten und uns trotzdem das Gefühl
zu vermitteln, dass wir ja ganz viel für unser Seelenheil tun. Sind wir bereit, uns dem auszusetzen, was ist, dann verliert der Verstand seine Macht. Er kann sich dann auf jenes Maß zurückziehen, das ihm für die Bewältigung unseres Lebens gebiert. So kann sich auch unser Herzheiligtum und mit ihm unsere Liebe in uns immer mehr ausbreiten.

Die Liebe

Die stärkste Kraft, die uns hilft, jene inneren Türen zu öffnen, deren Existenz wir bisher versucht haben zu verleugnen, ist die Liebe. Ohne die Kraft der Liebe, die ganze Universen erschaffen hat und weiter erschafft, bleiben wir weiterhin in unserem Leiden gefangen. Die Liebe war nie weg, wir haben nur den Kontakt zu ihr verloren, da gleichzeitig unserer Angst ausgeliefert haben. Doch die Liebe liebt alles in uns, auch und vielleicht gerade, unsere dunklen Seiten. Nur mit ihr können wir unsere Höhle verlassen und unsere Bilder und Vorstellungen hinter uns lassen.

Um unsere Liebe wieder zum Leben zu erwecken ist es unabdingbar, uns allem in uns zuzuwenden, was da ist. Uns jedem Moment dem zuzuwenden, was gerade ist, vollkommen gleichgültig was es auch immer sein mag. Diese Zuwendung zu dem, was ist, setzt eine Energie frei, die uns hilft, das, was ist in unser Bewusstsein zu integrieren, ohne dass wir etwas anderes dafür tun müssen. Wenn wir uns dem zuwenden, was ist, ist die Liebe schon da! Der Tod verliert an dieser Stelle seinen Stachel.

Im Rahmen der Aufstellungsarbeit sprachen wir im Zusammenhang mit einer Verstrickung, also mit einer Situation, in der sich ein Familienmitglied einem anderen opfert und auf sein eigenes Leben verzichtet, von einer „verzauberten“ bzw. einer „blinden“ Liebe, also von einer Liebe, die nicht frei ist, da sie Opfer fordert.

Inzwischen wurde mir die Erkenntnis geschenkt, dass es so etwas wie eine „blinde“ oder „verzauberte“ Liebe gar nicht gibt. Dies ist nur ein Versuch, uns ein Bild von der Liebe zu machen, was Liebe ist und was sie nicht ist. Doch das greift immer zu kurz. Alles was wir in unserem Leben, im menschlichen Miteinander, in allen Ereignissen auf diesem Planeten und auch außerhalb erleben, wie barbarisch und vernichtend es auch immer sein mag, ist immer ein Ausdruck von Liebe. All das ist Liebe, da wir durch all diese Situationen, so leidvoll wir sie auch immer erleben mögen, immer die Chance bekommen, zu erkennen, wer wir sind, was wir tun und was uns fehlt. Liebe wertet nicht, sie gibt uns frei.

 

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Bewegungen des Geistes

Bewegungen des Geistes

- ein Abendseminar mit systemischen Aufstellungen

 

@Hans-Peter Regele