© pickles-fotolia.com

Jede Familie ist eingebettet in ein System. Damit dieses System gesund sein kann ist es notwendig, dass bestimmte Ordnungen eingehalten werden.

Auf eine Familie bezogen sind solche Ordnungen:

Das ist die Basis auf der jedes Familiensystem fu├čt.

Wird diese Ordnung eingehalten, dann k├Ânnen sich die Familie und alle die zu dieser Familie geh├Âren, frei und gesund entwickeln.

Wird gegen eine dieser Ordnungen versto├čen, so hat das weitreichende Folgen f├╝r alle die zu diesem System geh├Âren.

Diese Folgen ├Ąu├čern sich dann z.B. durch Krankheiten oder andere ÔÇ×St├Ârungen“.

Der Versto├č gegen diese Ordnungen kann viele Generationen zur├╝ckliegen, d.h. meist sind sie uns gar nicht bewusst.

Mit einer Familienaufstellung haben wir die M├Âglichkeit, alles was wir an Belastendem in unserem Leben vorfinden, seien es k├Ârperliche oder psychische Schwierigkeiten, Probleme am Arbeitsplatz, mit dem Partner, den Kindern, den Eltern oder anderen sozialen Beziehungen, ins Licht unseres Bewusstseins zu bringen.

Die Ursachen solcher ÔÇ×Probleme“ liegen meist in einer unerkannten Verstrickung innerhalb des Familiensystems.

Diese Verstrickungen geschehen auf der Grundlage von Liebe, einer Liebe, die allerdings blind ist, da sie Opfer fordert was zu Schicksalsschl├Ągen und Krankheiten aller Art f├╝hren kann.

Oft sind es ausgegrenzte und nicht gew├╝rdigte Familienmitglieder, die keinen Platz im Familiensystem haben und die deshalb fehlen.

Eine Krankheit, gleich welcher Art, weist immer darauf hin, dass jemand ÔÇ×fehlt“, dass jemand ausgeklammert und nicht geachtet wird.

Nicht selten sind es fr├╝h verstorbene oder abgetriebene Kinder, die nicht gew├╝rdigt wurden.

Sehr oft ist es die unterbrochene Hinbewegung zu unseren Eltern. Wir haben uns ├╝ber sie gestellt, da wir sie vielleicht als schwach erlebt haben oder weil wir unter der Situation leiden ÔÇ×was sie uns angetan haben“. So haben wir sie aus unserem Herzen verbannt und aus unserem Herzen eine M├Ârdergrube gemacht.

Dadurch haben wir unsere Wurzeln abgeschnitten, die unser Leben befruchten und wir wundern uns dann, dass unser Stand in diesem Leben oft sehr unsicher und von ├ängsten gepr├Ągt ist.

Solange wir unsere Eltern noch nicht ÔÇ×genommen“ haben, d.h. solange wir ihnen als ihre Kinder keinen Platz in unserem Herzen gegeben haben, solange brauchen wir an Heilung gar nicht denken.

Unsere Eltern sind unsere Basis. Durch sie kam das Leben zu uns. Lehnen wir sie ab, dann lehnen wir dieses Leben ab. Denn ohne Zustimmung zu unseren Eltern, so wie sie sind, sind wir dem Tod n├Ąher als dem Leben.

Wir alle stehen auf den Schultern unserer Eltern und Gro├čeltern. Wenn wir nach unten schauen, dann k├Ânnen wir alle unsere Ahnen erkennen und sehen, dass unsere Wurzeln tief nach unten reichen. Hier sch├Âpfen wir die Kraft f├╝r unser Leben. H├Ątte es unsere Ahnen nicht gegeben, dann w├╝rde es auch uns nicht geben.

Wir k├Ânnen lernen, diese Kraft, die uns geschenkt wurde und die von weit her zu uns kommt, zu nehmen, indem wir die ehren, die uns vorangegangen sind.

Verstrickungen im Familiensystem k├Ânnen sich auch in der Form zeigen, dass ich einem Familienmitglied, das vielleicht schon vor meiner Geburt gestorben ist, und das aus der Familie ausgegrenzt wurde, nachfolge.

Nachfolgen hei├čt: ich identifiziere mich ganz mit dieser Person, indem ich ihr Leben lebe. Dadurch versucht meine Seele, diese Person wieder ins System zur├╝ckzubringen. Doch zu welchem Preis. Die Familienseele l├Ąsst es nicht zu, dass jemand fehlt und so opfert sich ein Sp├Ąterer.

Dazu folgendes Beispiel:

Eine Frau kam zum Familienstellen, da ihr Sohn, der eigentlich ├╝berdurchschnittlich intelligent ist, in der Schule sitze und nichts aufnehme, was die Lehrerin vermittelt. Sie sagte mir: ÔÇ×Er sitzt in der Schule, als ob er behindert w├Ąre.“ Alle bisherigen Ma├čnahmen die getroffen wurden, schlugen fehl.

Ich fragte die Mutter, ob es in der Familie jemanden g├Ąbe, der ausgegrenzt wurde. Daraufhin erz├Ąhlte sie, dass es wohl einen Gro├čonkel von ihr gegeben habe, der als Kind schwer geistig behindert zur Welt kam.

Dieser S├Ąugling wurde gleich nach der Geburt vor die T├╝r einer gro├čen Behinderteneinrichtung gelegt, wo man sich seiner annahm. Damit war der ÔÇ×Fall“ f├╝r die Familie erledigt. Es wurde nie mehr ├╝ber dieses Kind gesprochen.

Ich stellte zun├Ąchst einen Stellvertreter des Sohnes, die Mutter selbst und einen Stellvertreter f├╝r diesen behinderten Gro├čonkel auf.

Der Stellvertreter des Sohnes ging sofort zu diesem Gro├čonkel hin.

Da war klar, dass er bei ihm ist. Ich sagte zur Mutter: ÔÇ×Schau, bei ihm ist er in Wirklichkeit“.

Daraufhin stellte ich die Herkunftsfamilie dieses behinderten Gro├čonkels auf und stellte den Gro├čonkel an seinen Platz innerhalb dieser Familie. Der Stellvertreter des Gro├čonkels strahlte, nachdem er seinen Platz wieder bekommen hatte.

Erst dann war es dem Sohn m├Âglich, zu seiner Mutter zu gehen und es war ihm, als w├╝rde er sie zum ersten Mal richtig sehen.

Der Sohn war also mit dem Gro├čonkel verstrickt. Jemand der dazugeh├Ârt, wurde ausgeschlossen und von einem Sp├Ąteren, in diesem Falle dem Sohn, vertreten.

Der Sohn verhielt sich ebenfalls ÔÇ×behindert“. Er konnte nicht anders. Er war aus blinder Liebe mit diesem Gro├čonkel verstrickt und konnte so nicht sein eigenes Leben f├╝hren.

Einige Wochen nach dieser Aufstellung rief mich die Lehrerin des Jungen an und sagte mir: ÔÇ×Jetzt ist er da!“ Er w├╝rde zum ersten Mal wach in der Klasse sitzen und sich aktiv am Unterricht beteiligen.

Ich bat die Lehrerin, sie m├Âge doch einen Stuhl hinter ihn stellen und ihm sagen, dass auf diesem Stuhl der Gro├čonkel seiner Mutter sitzen w├╝rde, der jetzt seinen Platz habe und der liebevoll auf ihn schauen w├╝rde.

Seine Mutter hatte ihm nat├╝rlich nach der Aufstellung von diesem Gro├čonkel und dessen Schicksal erz├Ąhlt.

Wir bringen diese Opfer, damit Unrecht ausgeglichen wird.

Diejenigen Personen mit denen wir verstrickt sind, geben uns die gr├Â├čte Kraft, wenn die Verstrickung gel├Âst werden konnte.

Dies ist nur ein Beispiel, wie es zu einer Unordnung innerhalb einer Familie kommen kann und welche Auswirkungen eine solche Unordnung f├╝r Sp├Ątere haben kann.

Andere Beispiele sind:

Psychotiker, Schizophrene und auch Autisten sind keine geisteskranken Menschen. Sie tragen schweres Schicksal unter dem sich ihr Geist spaltet, da er in das Schicksal von zwei oder gar mehreren Menschen verstrickt ist, und so nicht f├╝r das eigene Leben zur Verf├╝gung steht. Solche Menschen mit Medikamente ÔÇ×ruhig zu stellen“ bringt keine L├Âsung und schon gar keine Heilung.

Das sind nur ein paar Beispiele von vielen, die ich in den vielen Jahren in denen ich Familienaufstellungen begleite, erleben durfte.

Jeder von uns hat da seine eigenen Geschichten dazu.

Wir alle sind von einer geistigen Kraft bewegt die uns f├╝hrt und die uns allen gleicherma├čen zugewandt ist. Diese Kraft will alles so, wie sie es will, ob uns das gef├Ąllt oder nicht. Alles was geschieht, geschieht auf dem Hintergrund einer h├Âheren Ordnung. Alles was geschieht, geschieht auch aus einer Folgerichtigkeit heraus. Es dient unser aller Entwicklung, auch wenn die Lektionen, die wir dabei zu lernen haben nicht immer ein Zuckerschlecken sind.

Wir alle sind eingebunden in unsere Familie. Jede Familie ist eng und begrenzt.

Wir alle sind mit unserer Familie ├╝ber das Familiengewissen verbunden. Dieses Gewissen sorgt f├╝r unser Recht auf Zugeh├Ârigkeit. Versto├čen wir gegen dieses Gewissen, so droht uns der Verlust der Zugeh├Ârigkeit. Verhalten wir uns nach den Regeln dieses Gewissens, dann sichert uns das unsere Zugeh├Ârigkeit zur Familie. Dieses Gewissen ist immer eng, da es sich von anderen Gewissen unterscheidet und das andere ausklammert.

Dies bezieht sich nicht nur auf die Familie, sondern auch auf ganze Nationen und auch Religionen (ÔÇ×mein Gott ist besser als deiner“).

So haben wir Deutschen mit ÔÇ×gutem Gewissen“ andere Menschen umgebracht. Keine Religion hat mehr Menschen auf dem ÔÇ×Gewissen“ als das Christentum. Auch dies geschah mit gutem Gewissen. Oder der Selbstmordattent├Ąter der f├╝r den dschihad, den heiligen Krieg, andere Menschen und sich selbst t├Âtet, da in seinen Augen alle Ungl├Ąubigen Feinde des Islam sind.

Solange wir diesem Gewissen verpflichtet sind, das immer nur trennend wirkt und sich immer auf die Seite des Todes und gegen das Leben stellt, bleiben wir gefangen.

Und so gibt es in jeder Familie mindestens 1 Familienmitglied, das von der Familienseele auserw├Ąhlt wurde oder das sich bereiterkl├Ąrt hat, ├╝ber dieses Gewissen hinauszugehen und damit das Risiko eingeht, die Zugeh├Ârigkeit zur eigenen Familie zu verlieren. Es sind die sog. ÔÇ×Schwarzen Schafe“ in der Familie, die m├Âglicherweise enterbt werden f├╝r das, was sie der Familie ÔÇ×antun“.  Es ist wie ein Verrat an der Familie. Doch dieser Verrat ist notwendig, da es sonst keine Entwicklung gibt und die Familienseele in ihrem eigenen Gef├Ąngnis auch weiterhin festsitzen w├╝rde.

Wenn wir uns in einer Familienaufstellung der Bewegung des Geistes hingeben, dann werden wir von dieser Bewegung ├╝ber den Tellerrand unseres Gewissens hinausgef├╝hrt. Dieser Geist, der uns f├╝hrt – wir k├Ânnen ihn auch als g├Âttliche Kraft bezeichnen – f├╝hrt uns jenseits von Schuld und Unschuld, von T├Ąter und Opfer, von gut oder b├Âse. Er f├╝hrt uns in jene Bereiche, in denen das was wir getrennt haben, was wir als Polarit├Ąten in unserem Leben erleben, aufgehoben wird und zu einer Ganzheit verschmelzen kann.

Wir k├Ânnen dann all das was wir als schicksalhaft erleben in dieses Licht hineinstellen in dem wir alle gleich sind. Hier darf sich Schicksal erf├╝llen und hier erhalten wir auch die Kraft f├╝r unser eigenes Schicksal.

Dort brauchen wir weder uns selbst noch andere schuldig sprechen. Dort sind wir alle gleich, genau so wie wir sind. Dort werden wir auch von der Liebe erfasst, die uns alle heilen kann.

T├Ąter und Opfer, die auch in jedem von uns leben, d├╝rfen sich wieder vers├Âhnen, weil sie sich im jeweils anderen wieder erkannt haben. Sie werden wieder eins – im Inneren unsere Seele.

Viele von uns stehen sich selbst im Wege, weil wir an unseren alten Geschichten, Bildern und Erfahrungen festhalten.

Ich h├Âre immer wieder die Aussage: ÔÇ×Wie kann ich meine Mutter ins Herz nehmen, bei allem was sie mir angetan hat.“

Wir halten an diesem Bild, dieser Erfahrung fest, was einer heilsamen Bewegung im Wege steht.

Wir stellen all das zwischen uns und unsere Mutter oder unseren Vater und haben damit eine Legitimation, uns ihnen nicht n├Ąhern zu m├╝ssen. Wir schauen immer durch diesen Filter von Vorw├╝rfen, Verletzungen, Entbehrungen usw. und wir verhungern vor dem gedeckten Tisch.

Alle diese Bilder, Erfahrungen und Geschichten sind nicht wahr!

Sie entspringen unserer eigenen Vorstellung, wie wir beschlossen haben, Welt wahrzunehmen. Wir haben in uns ein Bild kreiert, z. B. das Bild von unserer Mutter und in dieses Bild stellen wir unsere Mutter hinein. Wie wir unsere ├Ąu├čere Mutter wahrnehmen, entspricht immer unserer inneren Vorstellung die wir von ihr haben, aber niemals der Wirklichkeit.

Wenn wir in einer Aufstellung vor unserer Mutter stehen und uns all die Bilder, Geschichten, Erinnerungen, ja sogar unsere Gef├╝hle noch einmal in unser Bewusstsein holen und sie dann beiseite stellen, dann k├Ânnen wir sehen:

Vor uns steht eine ganz gew├Âhnliche Frau, die uns das Leben geschenkt hat, das von weither durch sie zu uns kam. Diese Frau ist so, wie sie ist, mit allem Sch├Ânen und allem H├Ąsslichen, mit aller Vollkommenheit und aller Unvollkommenheit, mit aller Liebe und allem Hass, mit aller F├╝rsorge und mit aller Ablehnung usw.

Es ist unsere Mutter, sie ist die Einzige die wir haben, wir haben keine andere.

Erst wenn wir sie so wahrnehmen k├Ânnen, dann erst sind wir auch bereit zu lernen, sie in unser Herz zu nehmen, auch wenn das f├╝r manche von uns zu einem lebenslangen Trainingslager wird.

Was das Familienstellen f├╝r mich so wertvoll macht, ist die Tatsache, dass wir hier alles ans Licht holen d├╝rfen und dass uns all das gezeigt werden kann, was der Wirklichkeit entspricht und wo wir in die Irre gehen, indem wir an bestimmten Bildern, Verstrickungen usw. festhalten.

Mit dem Familienstellen haben wir die M├Âglichkeit, unsere selbst erschaffenen Grenzen und Gef├Ąngnismauern hinter uns zu lassen, die wir sonst erfolgreich auch an unsere Kinder weitergeben.

Wir leben heute in einer Zeit in der wir alle aufgerufen sind, diese, ├╝ber viele Jahrhunderte gefestigten Strukturen, die uns einengen, ins Bewusstsein zu holen und damit zu verwandeln. So haben unsere Kinder heute die Chance, von diesen selbstbegrenzenden und selbstzerst├Ârerischen Mechanismen befreit zu werden, indem wir als ihre Eltern und als Erwachsene unsere Verstrickungen ans Licht holen wo sie geheilt werden k├Ânnen. Es ist das Trennende, das sich ├╝ber die Jahrtausende in unseren Seelen wie eine Matrix eingebrannt hat. Gebetsm├╝hlenartig wiederholen wir diese alten Erfahrungen in jedem irdischen Dasein erneut. So wird das, was getrennt wurde, von einer Generation auf die n├Ąchsten weitergegeben. Es ist ein Weg des Leidens. Doch dieses Leiden m├Âchte uns wachr├╝tteln. Erst wenn wir uns ganz diesem Leiden aussetzen, ohne Wollen, ohne Absicht, ohne Furcht, wird uns ein Weg gezeigt, der das, was ehedem getrennt war, wieder zusammenf├╝gt. Es ist ein Weg der Ent-Polarisierung. Wir sind eingebunden in die Welt der Polarit├Ąten und solange wir uns immer nur auf eine Seite stellen, n├Ąhren wir die andere Seite. Solange wird es immer Trennendes geben und solange sind wir auch in das Leid eingebunden. Das Leiden ist also letztlich der Weg der uns zur Einheit f├╝hren kann.

Ich m├Âchte uns alle ermutigen, diesen Weg mit Bewusstheit zu gehen. Das Familienstellen ist f├╝r mich ein solcher Weg.

Das Seminar

Wer sich und seiner Familienseele ├╝ber eine Familienaufstellung n├Ąher kommen m├Âchte bzw. wer ein ganz konkretes Anliegen hat,  meldet sich zu einem Aufstellungswochenende an– siehe auch Termine weiter unten und im Seminarkalender – und trifft sich dann mit anderen Menschen in einer Gruppe, die ebenfalls mit einem Anliegen zum Aufstellen kommen.

Wir alle bilden w├Ąhrend des Seminars ein geistiges Feld, in das wir hineingestellt sind. Wir setzen uns dem Augenblick aus und lassen uns von einer Bewegung erfassen, die uns alle mitnehmen m├Âchte. Sie f├╝hrt uns zu einer Person, durch die uns ein Thema offenbart wird, das uns alle zutiefst betrifft und das noch nicht erl├Âst werden konnte. Wir stimmen uns alle auf diese Person ein und ├Âffnen uns f├╝r Bewegungen, die aus dem Feld heraus entstehen. Der Leiter der Aufstellung greift einen solchen Impuls auf und w├Ąhlt z. B. eine Stellvertreterin f├╝r die Mutter des Protagonisten.

Die Stellvertreterin der Mutter stellt sich in den Raum, in das ÔÇ×wissende Feld“ der Familie und sie ├Âffnet sich dieser geistigen Bewegung, von der sie sich dann erfassen l├Ąsst. Je nachdem, welchen Ausdruck diese Bewegung erh├Ąlt, stellt dann der Leiter die eine oder andere Person noch dazu und schaut, welche Wirkung das hat.

So gehen wir Schritt f├╝r Schritt weiter. Ein Schritt ergibt sich aus dem vorherigen Schritt und der Leiter wei├č vorher nie, welches der n├Ąchste Schritt ist. Auch er l├Ąsst sich von dieser geistigen Bewegung f├╝hren. Auch er ist Teil dieses ÔÇ×wissenden Feldes“, so wie alle anderen TeilnehmerInnen auch.

So gehen wir Schritt f├╝r Schritt nach vorne und schauen, was sich offenbart, wohin uns diese Bewegungen f├╝hren m├Âchten.

Wir alle tragen dieses unerl├Âste Thema in uns, sonst w├Ąren wir nicht damit konfrontiert und wir alle werden dabei von einer bestimmten Bewegung erfasst. Wir geben uns der Bewegung hin und lassen uns von ihr zu jener Stelle f├╝hren, an der das Thema erl├Âst und integriert werden kann.

Aus Erfahrung kann ich sagen, dass wir uns diesen Bewegungen immer hingeben k├Ânnen, auch wenn wir sie von unserem Verstand aus betrachtet nicht verstehen k├Ânnen. Diese Bewegungen sind Bewegungen der Liebe und sie m├Âchten uns immer hin zu einer L├Âsung f├╝hren.

Es kann auch sein, dass der Leiter mit einem Stellvertreter des Protagonisten beginnt, oder ihn selbst in dieses Feld hineinstellt.

Um sich den Ablauf einer Aufstellung etwas besser vorstellen zu k├Ânnen, m├Âchte ich  ein konkretes Beispiel geben:

Ein Mann schildert als Anliegen, dass er immer wieder das Gef├╝hl habe, dass seine Frau nicht richtig ÔÇ×da“ w├Ąre, so als ob sie woanders w├Ąre. Wenn er sie ansprechen w├╝rde, k├Ânne es sein, dass sie gar nicht reagiere. So als ob sie wie in einem Traum gefangen w├Ąre.

Er halte diese Situation nicht mehr l├Ąnger aus, da es ihn unendlich traurig machen w├╝rde. Er w├╝nscht sich eine L├Âsung f├╝r seine Frau und f├╝r sich selbst.

Wir sehen hier, dass wir es mit einer Situation zu tun haben, die uns zum einen in das System seiner Frau, wie auch in sein eigenes System f├╝hren kann.

Ich entscheide mich daf├╝r, mit seiner Frau und ihm zu beginnen.

Er w├Ąhlt eine Stellvertreterin f├╝r seine Frau, sowie einen Stellvertreter f├╝r sich selbst  aus den anwesenden Personen aus.

Ich bitte die Stellvertreter, sich an einen Platz im Raum zu stellen.

Der Stellvertreter des Mannes stellt sich seitlich zu seiner Frau und schaut sie an

Sie blickt ihn aber nicht an, sondern ihr Blick ist auf den Boden gerichtet.

Wenn ein Stellvertreter auf den Boden schaut, so hat die Erfahrung gezeigt, dass er oder sie auf einen Toten schaut.

So bitte ich eine andere Stellvertreterin, sich vor der Stellvertreterin der Frau auf den Boden zu legen.

Die SV der Frau beugt sich allm├Ąhlich immer weiter nach vorne, bis sie schlie├člich auf den Knien verweilend die Tote umarmt und zu weinen beginnt.

Wir alle k├Ânnen sehen, dass diese Frau, mit dieser Toten zutiefst verbunden ist und ihren Mann ├╝berhaupt nicht wahrnimmt.

Auf meine Frage, wer diese Tote sein k├Ânnte, sagt mir der Mann, dass seine Frau ihre Mutter sehr fr├╝h durch einen Verkehrsunfall verloren hatte, als sie selbst erst 5 Jahre alt war.

Dieser kindliche Seelenanteil der Frau ist also in der Vergangenheit, zur Zeit des Unfalls h├Ąngen geblieben, da er das entstandene Trauma des Verlustes nicht verarbeiten konnte.

In der Seele dieses Kindes entwickelte sich die Haltung: ÔÇ×Mama, da wo Du bist, da m├Âchte auch ich sein.“

Nat├╝rlich ist diese Frau selbst am Leben. Sie meistert ihr Leben so gut es geht, erledigt ihre Arbeit so wie es notwendig ist und doch ist ein wichtiger Seelenanteil nicht da. Dieser Anteil ist bei der verstorbenen Mutter, im Reich der Toten. Da dieser Anteil dort gebunden ist, fehlt der Frau dieser Anteil auch in ihrem Leben.

Wenn wir unseren kindlichen Anteil abgespalten haben, dann k├Ânnen wir auch nur sehr unzureichend unseren Erwachsenenteil ausbilden den wir aber auch brauchen, um uns auf einen realen Partner einlassen zu k├Ânnen.

Bevor wir wirklich erwachsen sind, m├╝ssen/d├╝rfen wir erst Kind gewesen sein.

Der kindliche Seelenanteil dieser Frau ist also verstrickt mit der verstorbenen Mutter und so kann sie ihrem Mann als Partnerin nicht zur Seite stehen.

Eine gl├╝ckliche Partnerschaft ist auf diesem Hintergrund nicht m├Âglich.

Ich fordere den Mann auf, seine Frau anzuschauen und zu ihr zu sagen: ÔÇ×Jetzt sehe ich, wo du in Wirklichkeit bist. Wenn du dort bleiben m├Âchtest, lasse ich Dich dort.“

Die Frau schaut nur kurz auf, l├Ąchelt fl├╝chtig und wendet sich dann wieder ihrer toten Mutter zu, neben die sie sich schlie├člich auf den Boden legt und ihren Arm um sie legt.

Daraufhin drehe ich den Mann weg, so dass er in die andere Richtung schaut.

Als ich ihn frage, wie das f├╝r ihn ist meint er: ÔÇ× Das f├╝hlt sich besser an.“

Es war also klar, dass die Partnerschaft unter diesen Voraussetzungen keine Zukunft hat.

An dieser Stelle beende ich dann diese Aufstellung.

Jetzt war erst einmal klar, wo seine Frau in Wirklichkeit war und dass er selbst nichts daran ├Ąndern konnte, au├čer es so zu akzeptieren.

Da wir alle in der Tiefe miteinander verbunden sind, k├Ânnen wir sehen, dass seine Frau ebenfalls ein Teil von seiner eigenen Seele ist. Und hier haben wir dann den Punkt, wo er sich diesem Seelenthema in sich selbst stellen kann.

Auch in seiner Seele muss es einen Teil geben, der in Trauer ist und m├Âglicherweise mit einer Person aus seiner eigenen Familie verstrickt ist.

Ich frage ihn also nach seiner Herkunftsfamilie.

Er sagt mir, dass er eine Schwester hat, die sehr fr├╝h an einer schweren Krankheit gestorben ist. Er war damals erst 3 Jahre alt.

Ich bitte ihn, eine Stellvertreterin f├╝r seine Schwester zu w├Ąhlen. Sie legt sich auf den Boden. Dann bitte ich seinen Stellvertreter, sich dazuzustellen.

Es ergibt sich dasselbe Bild wie zuvor mit seiner Frau.

Auch er steht vor seiner verstorbenen Schwester und schaut auf sie.

Dann wird er von dieser geistigen Bewegung erfasst und er beugt sich ├╝ber sie, wobei ein tiefer Schmerz aus ihm herausbricht. Es ist der Schmerz ├╝ber den Verlust seiner Schwester, zu der er wohl eine sehr innige Beziehung hat. Dieser Schmerz war all die Jahre in seiner Seele konserviert. Er musste sich damals als Kind vor diesem Schmerz sch├╝tzen, da er f├╝r die kindliche Seele zuviel gewesen w├Ąre.

Jetzt, als erwachsener Mann, ist er in der Lage, diesen Schmerz auszuhalten und ihm Raum zu geben. Als er den Schmerz zeigen kann, schl├Ągt die Stellvertreterin seiner Schwester die Augen auf und blickt ihn liebevoll an.

Ich bitte ihn zu sagen: ÔÇ×Du fehlst mir so, du hast mir immer gefehlt.“ Dabei kann er seiner Schwester die Tr├Ąnen ├╝ber diesen Verlust zeigen. Die Stellvertreterin der Schwester ist dabei ganz pr├Ąsent und ihm in Liebe zugewandt, so als wollte sie sagen: ÔÇ×Ich bin bei dir, ich war immer bei dir und ich schaue in Liebe auf dich.“

Durch den Ausdruck seines Schmerzes kann eine gro├če Last von ihm abfallen und er kann die Liebe zu seiner Schwester sp├╝ren, die immer da war, die nur ├╝ber all die Jahre blockiert war.

Jetzt kann er seiner Schwester einen guten Platz in seinem Herzen geben.

Es war ein sehr sch├Ânes und friedliches Bild, das uns hier geschenkt wurde. Es war ein Bild der Heilung – f├╝r uns alle.

Nach dieser Aufstellung war ihm auch klar, warum er sich diese Frau als Partnerin ausgesucht hatte. Sie wollte ihm durch ihre Geschichte zeigen, dass er selbst etwas Unerl├Âstes in sich tr├Ągt, das noch darauf wartet, ans Licht zu kommen.

Sie waren und sind beide Spiegel f├╝reinander.

Das wirklich Wertvolle an dieser Arbeit ist f├╝r mich, dass ich erleben darf, wie sich dadurch, dass er seine eigene Verstrickung gel├Âst hat, sich auch in der Seele seiner Frau etwas bewegt, ohne dass er darauf einen direkten Einfluss h├Ątte.

Einige Wochen sp├Ąter rief er mich an und erz├Ąhlte mir, dass seine Frau auf einmal von ihrer verstorbenen Mutter berichtete und wie sehr sie ihr fehlen w├╝rde.

So konnte sie, dadurch, dass er seine T├╝r ge├Âffnet hat, auch ihre T├╝r ├Âffnen.

Beide waren in der Lage sich den Schmerz ├╝ber den jeweiligen Verlust zu zeigen und konnten sich beide auf einer ganz neuen Ebene begegnen und wahrnehmen.

Dies ist nur ein Beispiel von sehr vielen, das uns zeigen kann, welche Geschenke wir durch die Aufstellungsarbeit bekommen.

Jetzt stellt sich nat├╝rlich die Frage, wie es sein kann, dass ein Stellvertreter, der die Person, die er darstellt und die er gar nicht kennt, die gleichen Empfindungen, Gef├╝hle, K├Ârperwahrnehmungen und Handlungsabsichten hat, wie die reale Person, die er darstellt.

Dies ist ein Geheimnis, mit dem sich die Wissenschaft schon seit vielen Jahren besch├Ąftigt. Es ist in der heutigen Zeit v.a. die Quantenphysik die hier zu erstaunlichen Ergebnissen kommt und die das, was wir beim Familienstellen beobachten k├Ânnen, auch best├Ątigt.

Es gibt nichts in uns, was es nicht auch im Au├čen gibt.

Wir sind nicht voneinander getrennt, sondern wir alle sind Teile voneinander, ob wir das wahrhaben wollen oder nicht.

Selbst mein gr├Â├čter Feind ist ein Teil von mir. Da ich diesen Teil in mir nicht mag, bek├Ąmpfe ich ihn lieber im Au├čen.

Wenn ich als Stellvertreter in ein Feld einer Familie gestellt werde, dann bin ich Teil dieses Feldes und ich erhalte Zugang zu jener Person, die ich vertrete.

Die Erfahrung zeigt auch, dass es vollkommen gleichg├╝ltig ist, wer ein bestimmtes Anliegen aufstellt. Es treffen sich immer die Menschen, die ein ├Ąhnliches, noch unerl├Âstes Thema in sich tragen. Jede/r StellvertreterIn sp├╝rt intuitiv, dass die Rolle, in die sie oder er gestellt sind, auch mit ihrer eigenen Geschichte zusammenh├Ąngt.

Wir sind nicht getrennt voneinander und jede L├Âsung, zu der wir in einer Aufstellung gef├╝hrt werden, l├Âst auch in unserer Seele etwas, was zuvor gebunden war. Das sp├╝ren wir meist erst einige Zeit nach einem Aufstellungswochenende. Dann kann es sein, dass wir durch das Au├čen auf dieses Thema in unserem Leben gesto├čen werden das uns zeigen m├Âchte, wo wir innerlich stehen, bzw. was sich in uns l├Âsen darf.

So ist das Familienstellen f├╝r mich eine wunderbare M├Âglichkeit, dass wir uns auch mit all jenen Anteilen unserer Seele vers├Âhnen k├Ânnen und d├╝rfen, die noch keinen guten Platz an unserer inneren Tafelrunde bekommen haben.

Jede Schwierigkeit, die wir in unserem Leben erfahren, weist uns immer darauf hin, dass jemand fehlt. Er fehlt im Au├čen, also in der Familie, und er fehlt in meinem Inneren, in meiner Seele.

Wenn ich diesen Anteil in meinem Inneren zu mir zur├╝ckhole, hole ich ihn auch im Au├čen zur├╝ck und umgekehrt.

Deshalb ist es auch gleichg├╝ltig, ob die beteiligten Personen, um die es geht, auch real anwesend sind. Bei einer Familienaufstellung reicht es aus, wenn sie durch Stellvertreter vertreten werden.

Jede Person, mit der ich im Au├čen verstrickt bin, hat in meiner Seele einen emotionalen Doppelg├Ąnger, mit dem ich innerlich noch nicht im Reinen bin.

Jede Person, jedes Thema, das ich im Au├čen ablehne, lehne ich auch in mir selbst ab.

So k├Ânnen wir uns auch unabh├Ąngig von einer Aufstellung in einer Gruppe in Form einer Seelenreise unserer eigenen Seele n├Ąhern und die noch nicht gew├╝rdigten und befriedeten Personen dort aufsuchen.

Diese Art der Seelenarbeit habe ich an anderer Stelle meiner Homepage ÔÇ×Psychotherapie – die innere Seelenb├╝hne“ beschrieben.

So bringen wir uns alle miteinander auf den Weg, auf dem wir nicht allein sind und auf dem wir von dieser wunderbaren g├Âttlichen Kraft gef├╝hrt werden.

Sie f├╝hrt wieder zusammen, was ehedem getrennt war. Sie f├╝hrt uns zu der Liebe, die alle Wunden heilt und die uns daran erinnert, wer wir wirklich sind: Gottes geliebte Kinder!

Anmeldung Familienstellen

nach oben

 

Familienstellen 
Der Hintergrund

Seit uns Bert Hellinger mit der Arbeit der systemischen Familienaufstellung die T├╝r zur Kraft unserer eigenen Familie gezeigt hat, k├Ânnen wir in dieser Arbeit oft ganz Erstaunliches wahrnehmen.

Wir alle leben in Systemen. Jede Familie bildet ein System, jedes Volk, jede Nation, die gesamte Menschheit, das gesamte kosmische Bewusstsein und – auch jeder einzelne von uns.

In jedem dieser Systeme kann es zu Unordnungen kommen und es geh├Ârt zum Wesen eines jeden Systems, dass es die Tendenz hat, solche Unordnungen wieder auszugleichen. Dies geschieht, bei Licht betrachtet, manchmal auf recht eigent├╝mliche und seltsame Weise.

Wenn wir zuviel gegessen haben, dann versucht das System unseres K├Ârpers, diese Belastung wieder auszugleichen, indem er z.B. erbricht, was zuviel war. Oder der K├Ârper reagiert mit Fieber, wenn es darum geht, den Kampf mit irgendeinem Erreger aufzunehmen.

Neue Bewegungen der Liebe - ein Seminar mit Familienstellen