In diesem Vortrag möchte ich auf ein Thema eingehen, das sich durch alle Schichten unserer Gesellschaft zieht und das von den meisten von uns nach wie vor verdrängt und tabuisiert wird – die Sucht.

Sucht ist eine Krankheit, ob wir das wahrhaben wollen oder nicht, und: jede Sucht führt zum Tod. Natürlich können wir hier einwenden, dass das Leben ohnehin zum Tod führt. Und doch ist der Tod in den jede Sucht führt ein ganz spezieller Tod. Es ist ein Tod, der uns aus dem Leben reißt, entweder plötzlich oder schleichend. Wenn wir der Sucht, in welcher Form auch immer, verfallen sind, dann entwurzeln wir uns mehr und mehr von unserer körperlich-seelischen und geistigen Heimat. Wir können dieses Leben dann nicht in Frieden verlassen, sondern wir scheiden als seelisch Entwurzelte dahin.

Schauen wir unserer Sucht hingegen in die Augen und begeben uns auf den Weg der Genesung, so können wir jene Seelenanteile, die wir abgespalten haben und deren Abspaltung zu dieser Suchtkrankheit geführt haben, wieder zu uns zurück holen, so dass wir von dieser Krankheit heilen können.

Wir alle leben in einer Suchtgesellschaft und mit Sucht meine ich dabei nicht nur die stofflichen Süchte wie Alkohol, Nikotin, Koffein, Medikamente und andere Drogen. Hier zählen auch alle nicht-stofflichen Süchte wie Workaholismus, Beziehungs- und Sexsucht, Essstörungen aller Art, Internetsucht, Spielsucht, Sportsucht, um nur die wichtigsten zu nennen, dazu. Alle Stoffe, alle Handlungen auf die wir nicht verzichten können, von denen wir abhängig sind, sind Ausdruck von süchtigem Verhalten.

Das Wort „Sucht“ kommt von „Siechen“ und damit wird der Krankheitsverlauf schon sehr deutlich beschrieben. Es ist ein Dahinsiechen das schließlich mit dem Tod endet. In diesem Prozess des Siechens erlischt das Leben des Süchtigen mehr und mehr, d.h. er wird immer mehr zum Opfer seines süchtigen Verhaltens, das ihn im Klammergriff hat.

Die Sucht hat aber auch etwas mit „Suchen“ zu tun. Wir haben etwas in uns (einen Seelenanteil) verloren oder das Familiensystem hat eine Person „verloren“, nach der wir uns auf die Suche gemacht haben. Das ist uns meist nicht bewusst. Viele Süchtige sind mit einem solchen Familienangehörigen, der bereits verstorben ist, in Liebe verbunden und der Suchtstoff ist das „Vehikel“ mit dem wir glauben, in die Nähe dieses Verstorbenen und oftmals ausgegrenzten Familienmitglieds kommen zu können.
Die Suchbewegung des Süchtigen ist also durchaus heilsam, nur der Stoff, dessen er sich bedient, ist tödlich, weil er keine Lösung bringt.

So möchte dieser Vortrag auf die Entstehung von süchtigem Verhalten eingehen und auch die systemischen Hintergründe beleuchten, die sich aus der Arbeit mit dem Familienstellen zeigen.
Darüber hinaus möchte der Vortrag auch auf die Möglichkeiten der Genesung von Sucht hinweisen, die den seelisch-geistigen Hintergrund nicht ausklammern dürfen.

So möchte der Vortrag auch dafür sensibilisieren, dem eigenen Suchtverhalten auf die Spur zu kommen, das uns sehr oft gar nicht bewusst ist.

Nur die Überwindung und die Genesung von süchtigem Verhalten kann uns die Tür zu uns selbst, zu unserer Freiheit öffnen, unserem letztendlichen Ziel zu dem wir angetreten sind. Jede Form von Sucht ist immer ein Gegenspieler, der diese Freiheit sabotieren möchte.

Sucht ist also eine heilbare Krankheit. Doch auf den Weg müssen wir uns selbst machen. Dann wird uns jede Hilfe zuteil, die wir auf diesem Genesungsweg brauchen.

Gebühr:   10 Euro

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Sucht die verdrängte Krankheit